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Kreuzfahrttourismus im Wandel - Luxus-Expeditionsfahrten mit grüner Note

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Die MS Roald Amundsen ist das weltweit erste Expeditionsschiff mit Hybridantrieb. Mit der Technik sollen 20 Prozent Emissionen eingespart werden.

Das Hybridschiff "Roald Amundsen" am 01.07.2019 in der Nähe von Ulsteinvik (Norwegen)
Das Hybridschiff "Roald Amundsen" (Archivbild)
Quelle: reuters

Zwei Mal wurde der Termin verschoben, nun ist es so weit: Die MS Roald Amundsen startet heute ab Hamburg gen Norden. Die elftägige Reise führt entlang der norwegischen Küste nach Tromsö.

Batteriekapazität noch gering

Angetrieben wird das Kreuzfahrtschiff nicht, wie bei Schiffen dieser Größe üblich, mit klimaschädlichem Schweröl, sondern mit dem weitaus weniger schädlichen Marinediesel. Zudem verfügt das Schiff über Batteriepacks, die bei Bedarf hinzugeschaltet werden können. Der Betreiber des Schiffes, die norwegische Reederei Hurtigruten, spricht von einem neuen Kapitel in der Schifffahrtsbranche.

Vor allem in Hafenregionen soll der schadstofffreie Elektroantrieb zum Einsatz kommen, aber auch in sensiblen Naturräumen. Ein ausschließlicher Batteriebetrieb wird aber noch die Ausnahme sein: Nur für etwa dreißig Minuten reicht aktuell eine volle Ladung.

Umweltbewusste Passagiere fordern saubere Schiffe: Das neueste Expeditionsschiff von Hurtigruten ist das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Batterietechnik an Bord fahren kann.

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Emissionsreduktion durch "Peak Shaving"

Der größte Vorteil der Batterien liegt an anderer Stelle: Da bei Schiffsmanövern wesentlich mehr Energie benötigt wird, als auf der freien Fahrt, werden bei klassischen Schiffen während dieser Manöver oft zusätzliche Motoren aktiviert. Diese Lastspitzen können nun bei der MS Roald Amundsen durch elektrische Unterstützung abgefangen werden. Durch dieses sogenannte "Peak Shaving", sowie durch ein neues Rumpfdesign sollen die Emissionen des Schiffes laut Betreiberfirma um "mehr als 20 Prozent" im Vergleich zu anderen Schiffen reduziert werden.

Neben der Verringerung der Emissionen setzt Hurtigruten mit der MS Roald Amundsen auch in anderen Bereichen auf Nachhaltigkeit. Die Batterien können in kleineren Häfen ohne Landstrom eingesetzt werden, um die Energieversorgung auch ohne Motorenbetrieb sicherzustellen. Außerdem hat die Reederei bekannt gegeben, dass es auf dem Schiff kein Einwegplastik geben wird. Auf Expeditionen mit Schlauchbooten, virtuellen Tauchgängen, einem Science Center und wissenschaftlichen Vorträgen wird den Gästen ein Verständnis für die bedrohte Landschaft vermittelt.

Umweltverträgliche Expeditionen ins Eis

Das Expeditionsschiff wurde speziell für Reisen in abgelegenere Gebiete entworfen. Mit einer Maximalbelegung von 530 Passagieren ist es kleiner und wendiger als klassische Kreuzfahrtschiffe, die bis meist zwischen 2.000 und 3.000 Passagiere fassen. Für die geplanten Reisen in die Polargebiete wurde der Rumpf auf die höchste Eisklasse für Passagierschiffe gebracht. Bis zu einem Meter Eisdicke kann die Roald Amundsen so durchqueren. Auch Fahrten durch die Nordwestpassage im Norden Kanadas, die als besonders schwierig gilt, lassen sich auf dem Schiff buchen.

Kreuzfahrten in die Polargebiete erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Malte Siegert vom Naturschutzverein NABU sieht das kritisch: Bis zu 400 Kilometer würde der Ruß aus den Schornsteinen der Güter- und Kreuzfahrtschiffe verweht werden, der sich dann auf die weißen Eisflächen lege, erklärt er. Der vom Ruß benetzte Schnee könne das Licht nicht mehr so stark reflektieren wie zuvor, wodurch sich die Eisdecke erwärme und schmelzen könne.

Der NABU fordert daher seit geraumer Zeit die Einführung von Partikelfiltern in der Schifffahrt. Auch die MS Roald Amundsen verfügt bisher über keines solcher teuren Filtersysteme. Dennoch begrüßt Siegert das Anliegen von Hurtigruten, die Klimaauswirkungen zu senken: "In dieser Branche ist das eindeutig ein Zeichen in die richtige Richtung."

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