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Hitlers Überfall öffnete das Tor zur Hölle

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Kriegsbeginn 1. September 1939 - Hitlers Überfall öffnete das Tor zur Hölle

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Am 1. September 1939 überfiel die Wehrmacht Polen. Doch der Zweite Weltkrieg "brach nicht aus" wie eine Krankheit oder ein Vulkan. Dieser Krieg wurde bewusst herbeigeführt.

Adolf Hitler besichtigt die zerstoerte Westerplatte
Danzig 1939: Adolf Hitler besichtigt die zerstörte Westerplatte.
Quelle: dpa

Der Krieg kam nicht überraschend. Im Sommer 1939 mehrten sich die Signale, dass Deutschland einen militärischen Konflikt mit Polen suchte. Die NS-Propaganda berichtete immer öfter von tatsächlichen oder vermeintlichen Übergriffen gegen die deutsche Minderheit in Polen. Bewusst machten Zeitungen und Wochenschauen Stimmung gegen Polen. Die Propaganda traf auf offene Ohren. Denn als Folge des verlorenen Ersten Weltkrieges hatte Deutschland Gebiete an Polen abtreten müssen: Das Industriegebiet in Oberschlesien, dazu einen Landstreifen, der Polen Zugang zur Ostsee verschaffte, sowie die Hafenstadt Danzig, die nun unter internationaler Kontrolle stand.

Die Gebietsverluste sorgten für viel Unmut in Deutschland - und der wurde seit Jahren weiter geschürt. Breite nationalistische Kreise und die deutsche Armeeführung sahen einen Krieg gegen Polen schon lange als realistische Option.

Ein Überraschungscoup gab Hitler freie Hand

Polen von der Landkarte verschwinden zu lassen - das war nicht nur Hitlers Ziel, sondern das konnte sich auch sein Erzfeind Stalin vorstellen. Und so schlug der Sowjetführer ein, als die Deutschen den Sowjets die Hand reichten: Mit einem "Nichtangriffspakt" regelten die Außenminister Ribbentrop und Molotow am 24. August, dass die Sowjetunion im Falle eines deutschen Angriffs auf Polen neutral bleiben werde - sich also nicht auf die Seite Großbritanniens und Frankreichs schlagen würde, die beide mit Polen militärische Beistandsverträge geschlossen hatten.

Ein geheimes Zusatzabkommen zum Hitler-Stalin-Pakt teilte Polen und auch die baltischen Staaten in eine deutsche und eine sowjetische "Interessensphäre" auf. Denn auch die Sowjetunion war daran interessiert, Gebiete wiederzugewinnen, die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum russischen Reich gehört hatten.

Seit dem Vertragsabschluss mit den Sowjets hatte Hitler freie Hand für den Überfall auf Polen. Als die Wehrmacht am 1. September losschlug, wollte Hitler einen lokalen Konflikt. Doch er bekam einen kontinentalen Krieg. Denn am 3. September erklärten Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg - so wie es das Bündnis mit Polen vorsah. Aber die Westmächte griffen nicht in die Kämpfe in Polen ein.

Dafür trat nun Hitlers neuer Partner, die Sowjetunion, in Aktion. Am 15. September marschierten sowjetische Truppen in Ostpolen ein - während die polnische Armee noch gegen die übermächtige deutsche Wehrmacht kämpfte. Ende September ergaben sich die polnischen Streitkräfte – doch Polen als Staat kapitulierte keineswegs. Das hinderte die Deutschen und Sowjets nicht daran, das besiegte Land unter sich aufzuteilen: Die Sowjetunion annektierte die östlichen Landesteile, das westliche Polen stand nun unter deutscher Kontrolle.

Die wahre Absicht lag woanders

Das Deutsche Reich und die Sowjetunion hatten nun eine gemeinsame Grenze - mitten in Polen. Und das bot Hitler neue Chancen. In seinem Buch "Mein Kampf" hatte er schon früh seine Ziele formuliert: Die Eroberung von "Lebensraum für das deutsche Volk" im Osten und die Bekämpfung des Kommunismus. Die Sowjetunion, das Mutterland des Kommunismus, verfügte über riesige Ressourcen und  fruchtbare Gebiete. Sie war Hitlers eigentliches Ziel, als er 1939 den Befehl zum Angriff auf Polen gab. 1941 griff die Wehrmacht die Sowjetunion an. Doch bereits am 1. September 1939 hatte Hitler das Tor zur Hölle geöffnet - zunächst für die Polen, dann für viele andere Völker, und schließlich für die Deutschen selbst.

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