Sie sind hier:

Registrierte Fälle - So wenig Straftaten wie seit 1992 nicht mehr

Datum:

Die Zahl der registrierten Straftaten ist so niedrig wie lange nicht. Dennoch bleibe viel zu tun, sagt Innenminister Seehofer bei der Präsentation der Kriminalstatistik.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 5,76 Millionen Straftaten registriert worden - die niedrigste Zahl seit 1992 und fast zehn Prozent weniger als 2016. Damals waren es 6,37 Millionen Fälle. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist die erfasste Kriminalitätsrate sogar niedriger als in den vergangenen 30 Jahren, wie das Innenministerium bekanntgab.

"Deutschland ist sicherer geworden", sagte Ressortchef Horst Seehofer, der die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2017 vorstellte. Gleichwohl gebe es zur Entwarnung keinen Anlass. Die insgesamt positive Entwicklung gehe nicht mit dem subjektiven Empfinden der Bevölkerung einher, beklagte der CSU-Politiker. So fühlten sich laut einer Umfrage 44 Prozent der Bevölkerung heute weniger sicher als noch vor einigen Jahren. Für die Behörden von Bund und Ländern bleibe viel zu tun.

Weniger Diebstahl, mehr Wirtschaftsdelikte

Im Detail machten Diebstähle wie in den Vorjahren einen Anteil von 36,3 Prozent an der gesamten Kriminalität aus. Im Vergleich zum Jahr davor sank ihre Anzahl um knapp 12 Prozent auf 2,09 Millionen Fälle. Mit 23 Prozent besonders stark zurückgegangen sind Wohnungseinbrüche, die aber immer noch mehr als 116.000 Fälle ausmachen. Bei gut 52.000 davon handelte es sich um Versuche.

Der Statistik zufolge ist auch die Zahl politisch motivierter Straftaten rückläufig. Nach Anstiegen in den letzten vier Jahren fiel sie nun um fast fünf Prozent auf knapp 40.000 Straftaten. Trotz des Rückgangs gebe es auch hier "keinen Grund zur Entwarnung", sagte Seehofer. So bleibe die Zahl weiter auf dem zweithöchsten Niveau seit der Einführung der Statistik im Jahr 2001. Der Rechtsstaat müsse sich weiterhin mit allen Mitteln gegen jede Form von Extremismus und Terrorismus zur Wehr setzen.

Um mehr als neun Prozent stiegen derweil die Rauschgiftdelikte an - gut 330.000 Fälle wurden hier registriert. Mehr Straftaten gab es auch bei der Wirtschaftskriminalität, nämlich 28,7 Prozent mehr Fälle als 2016. Straftaten gegen das Waffengesetz nahmen um zehn Prozent zu, die Verbreitung pornografischer Schriften um knapp 13 Prozent.

Kaum Chancen beim Fahrradklau

Als ein Grund für den Rückgang insgesamt gilt, dass wegen der geringeren Zuwanderung weniger ausländerspezifische Vergehen wie illegale Einreisen und unerlaubte Grenzübertritte registriert wurden. Denn rechnet man ausländerrechtliche Verstöße heraus, kommt man auf 5,58 Millionen Straftaten - gut fünf Prozent weniger als 2016 mit 5,89 Millionen Straftaten. Zum anderen ist es gelungen, Massendelikte wie Diebstahl einzudämmen.

Deutlich zurückgegangen sind der Analyse zufolge auch Angriffe auf Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Behörden einen Rückgang um knapp 69 Prozent auf 312 Straftaten. Die Zahlen liege damit wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der starken Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016, so Seehofer. Dennoch sei jeder Fall ein Fall zuviel.

Die Gesamtaufklärungsquote beziffert das Innenministerium auf 57,1 Prozent nach 56,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Besonders hoch ist sie demnach bei Tötungsdelikten: 95,6 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt. Bei Leistungsdelikten wie Schwarzfahren oder Sozialleistungsbetrug lag die Quote gar bei mehr als 99 Prozent. Dagegen wurden nur gut 15 Prozent der Diebstahlsdelikte wie Wohnungseinbruch, Fahrradklau oder Kreditkartenbetrug aufgeklärt. Die Kriminalstatistik umfasst nur die Zahl der Straftaten, die der Polizei bekannt sind und macht keine Aussagen über das sogenannte Dunkelfeld.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.