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Al Dschasira im Visier - Krise in Katar: Medienkrieg in der arabischen Welt?

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Katar in Woche Neun der Isolation. Eine der Forderungen der Golfstaaten für ein Ende der Blockade: Al Dschasira, der in Katars Hauptstadt Doha beheimatete Sender, soll dicht machen. Dass nun auch Israel das Al-Dschasira-Büro in Jerusalem schließen möchte, gießt nur noch mehr Öl ins Feuer.

Israel will die Büros von Al Dschasira im Land schließen. Die israelischen Behörden werfen dem Sender mit Sitz im Golfemirat Katar vor, mit seiner Berichterstattung zur Gewalt anzustacheln. Al Dschasira kündigte an, gerichtlich dagegen vorzugehen.

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Der Gegenwind bläst nicht erst seit kurzem durch die Hallen des News Rooms. Al Dschasira: Seit 1996 mischt der TV-Sender aus Katar die arabische Welt ordentlich auf. Revolutionär in einem Umfeld, in dem es bislang keine nennenswerte freie Berichterstattung gab.

Der Sender hat die arabische Öffentlichkeit verändert, maßgeblich geprägt. Al Dschasira ist eine globale Medienmarke geworden und damit weit mehr als nur Journalismus. "Es fühlt sich komisch an, nicht auf ihrer Seite zu stehen, sondern auf einmal selbst interviewt zu werden", sagt Leah Harding, Social-Media-Reporterin bei Al Dschasira English im ZDF-Interview.

"Fenster zur Welt"

Die Amerikanerin arbeitet seit zwei Jahren in Doha und ist als Mitarbeiterin von Al Dschasira auf einmal selbst im Fokus der internationalen Berichterstattung. Immer wieder muss der Sender Auslandsvertretungen schließen, jüngst in Saudi-Arabien und Jordanien. Jetzt soll auch das Büro in Jerusalem dicht machen - mitunter einer der wenigen demokratischen Orte im unruhigen Umfeld des Nahen Osten.

Die Schließung hindert Leah Harding und ihre Kollegen aber nicht an der Berichterstattung über Länder wie diese. "Gerade im Social-Media-Bereich ist das Internet mein Fenster zur Welt. Ich kann dadurch in ein Land blicken, ohne selbst vor Ort zu sein."

Deutliche Signale

Außerdem empfindet sie die Schließungen einzelner Büros eher als Bestätigung journalistischer Arbeit: "Ich denke, dass eine Menge der Probleme, die manche Länder mit uns haben, ein Beweis dafür sind, dass wir unseren Job gut machen. Dass wir uns in einer derartigen Situation wiederfinden, heißt schlichtweg, dass wir die Wahrheit berichten und zwar an Plätzen, an denen die Wahrheit nicht sehr willkommen und eher unangenehm ist", vermutet die Redakteurin.

Rückenwind gibt es auch von der Regierung: "Viele der Forderungen sind nicht neu, wie die Schließung von Al Dschasira. Das wird von uns natürlich niemals ernsthaft in Betracht gezogen", so Saif Ahmed al Thani, Regierungssprecher. Die Signale, die der Sender aus Doha sendet, sind deutlich.

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