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Grüne für neuen Wohlstandsmesser

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Kritik am Bruttoinlandsprodukt - Grüne für neuen Wohlstandsmesser

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Auch neue Autobahnen lassen das Bruttoinlandsprodukt wachsen. Der Wohlstandsmesser sei deshalb "blind für ökologische Schäden", sagen die Grünen und fordern ein anderes Modell.

Annalena Baerbock will das BIP als Wohlstandsmesser kippen.
Hält das BIP für unzureichend: Grünen-Chefin Baerbock
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Angesichts von Klimawandel und Umweltverschmutzung fordern die Grünen, den Wohlstand einer Gesellschaft anders zu bemessen. "Wir können nicht Klimaschutz betreiben und an dem bisherigen Wirtschaftsmodell, das vor allem auf die Ausbeutung von Ressourcen setzt, weiter festhalten", sagte Parteichefin Annalena Baerbock der Deutschen Presse-Agentur. "So lange unser Wohlstand danach bemessen wird, wie viel fossile Rohstoffe wir verbrennen und wie viel Kilometer Autobahn wir bauen, so lange werden wir die Klimaschutzziele nicht einhalten können."

In ihrem Leitantrag zur Wirtschaftspolitik für den Grünen-Parteitag Mitte November führt die Parteispitze aus, warum sie den gängigen Maßstab des Bruttoinlandsprodukts - kurz BIP - zur Bemessung der Leistung einer Volkswirtschaft für falsch hält: Es sei "blind für die sozialen Folgen und die ökologischen Schäden" der Wirtschaft, heißt es darin.

Wohlstand "umfassender" messen

Wohlstand solle künftig "umfassender" gemessen werden und "den Fortschritt beim ökologischen Umbau der Wirtschaft langfristig abbilden", heißt es in dem Antrag. Einen ersten Schritt wollen die Grünen bei der Bahn machen, deren Aktien zu 100 Prozent dem Staat gehören. Für die will die Partei eine "Gemeinwohlbilanzierung" einführen. Größere Privatunternehmen sollen im Jahresabschluss über Nachhaltigkeits-Indikatoren wie den CO2-Ausstoß berichten.

Übergeordnetes Ziel soll die "sozial-ökologische Neubegründung der Marktwirtschaft» sein, heißt es im Antrag, dafür brauche es einen "neuen Ordnungsrahmen für faires, ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften". Mit dieser Schwerpunktsetzung will die Grünen-Spitze das wirtschaftspolitische Profil der Partei stärken. In diesem Bereich trauen die Bürger den Grünen weniger Kompetenz zu als etwa bei ihrem Kernthema Klimaschutz.

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