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Kritik am sozialen Netzwerk - "Fick dich, Facebook!"

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#FickDichFacebook! Wie bitte? Kraftausdrücke in den Nachrichten - eigentlich ein NoGo. Doch hier gehört der Hashtag selbst zur Nachricht. Immer wieder taucht er in der Twitter-Timeline auf. Der Grund für die Wut: Ungewöhnlich vielen Facebook-Usern wurden AfD-nahe Gruppen vorgeschlagen.

F*** dich Facebook! Sagen nicht wir – sagen die User. Warum? Hat was mit der AfD zu tun. Die Botschaft hinter dem nicht Jugendfreiem Hashtag.

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"Facebook selber hat eigentlich keinen Einfluss darauf, da arbeiten nur die Algorithmen", sagt der Direktor des Digital Society Instituts und Experte für Cyber-Sicherheit, Sandro Gaycken. "Facebook hat natürlich Einfluss auf die Algorithmen, die in diesem Fall schlecht gebaut sind oder zumindest gefälschte Identitäten nicht erkennen können."

Gaycken vermutet Schein-Accounts hinter dem Phänomen. Die politische Richtung der Vorschläge - für ihn kein Zufall. "Dass es rechte Gruppierungen sind, liegt bestimmt daran, dass die rechten Gruppierungen das so hingebaut haben", vermutet er. "Die haben sich also angeguckt, wie diese Mechanismen funktionieren" - und hätten das System anschließend so "gehackt", dass es über statistische Mehrheiten in ihre Richtung ausschlage.

Facebook reagiert - und setzt Funktion aus

Eigentlich läuft es laut Facebook so: Die Vorschläge basieren vor allem auf Seiten, die einem gefallen, oder Gruppen, in denen Freunde Mitglieder sind. Wir haben in der Redaktion den Test gemacht, nicht repräsentativ, aber mit eindeutigem Ergebnis: Unabhängig davon, was ihnen gefällt, bekommen 23 Personen AfD-nahe Gruppen vorgeschlagen - nur eine nicht.

Wie genau das passieren kann, dazu sagt Facebook bislang nichts. Das Unternehmen reagiert auf unsere Anfrage schriftlich nur so: "Aufgrund des Feedbacks, das wir von der Community zur Funktion 'Gruppen Entdecken' erhalten haben, haben wir die Kategorie 'Nachrichten und Politik' im Entdecken-Tab vorübergehend ausgesetzt, während wir die Angelegenheit prüfen."

Und was heißt all das jetzt für die bevorstehende Wahl? "Alles im Digitalen ist ein Sturm im Wasserglas, wenig davon bildet sich auf der Straße ab oder in Verkaufszahlen in Prozent bei einer Wahl", sagt Gaycken. Bemerkenswert bleibt es trotzdem. Was für ein Zufall, zwei Wochen vor der Bundestagswahl.

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