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G20-Kritik - Oxfam: Es geht um eine gerechtere Welt

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Es müsse beim G20-Gipfel über die richtigen Alternativen für eine gerechtere Welt diskutiert werden, fordert Tobias Hauschild von Oxfam. Acht Milliardären gehöre so viel, wie den ärmsten 3,4 Milliarden Menschen. Das sei ein Kernproblem.

Es müsse beim G20-Gipfel über die richtigen Alternativen für eine gerechtere Welt diskutiert werden, fordert Tobias Hauschild von Oxfam. 8 Milliardären gehöre so viel, wie den ärmsten 3,6 Milliarden Menschen. Das sei ein Kernproblem.

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Zwei Tage vor dem G20-Treffen gehen Kritiker auf dem "Gipfel der globalen Solidarität" mit den Staats- und Regierungschefs der Top-Wirtschaftsmächte ins Gericht. Der Vorwurf: Diese seien die "Kofferträger des internationalen Kapitals".

Sie seien "die Sherpas der wirtschaftlich Mächtigen" und der globalen Finanzwirtschaft, beklagt die indische Bürgerrechtlerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva zum Auftakt des Alternativtreffens am Mittwoch. Die Trägerin des Alternativen Nobelpreises beklagt eine "Wirtschaft der Gier". Ein großes Problem sei zudem, dass die Menschen vom G20-Gipfeln ausgeschlossen blieben und nicht gehört würden. Die G20 repräsentierten ein System, das von Umweltzerstörung, wirtschaftlicher Ungleichheit und dem Streben nach immer mehr Reichtum gekennzeichnet sei

Aktivisten: Banken profitieren

Nach der globalen Finanzkrise 2008, die eigentlich das Bewusstsein für die Risiken hätte schärfen sollen, profitierten wieder große Banken von der Politik; extremer Reichtum konzentriere sich in den Händen weniger, kritisiert Valter Sanches, Generalsekretär des weltweiten Gewerkschaftsdachverbandes IndustriALL Global Union.

Konkret nennt Sanches den spanischen Multimilliardär Amancio Ortega, Gründer der Modekette Zara und einer der reichsten Menschen der Welt: Der lasse seine Jeans in Bangladesch für ein paar Cent produzieren und verkaufe sie auf Kosten der unterbezahlten Näherinnen in der Hamburger Fußgängerzone für 69 Euro.

Die Versuche, Arbeiter gewerkschaftlich zu organisieren, stießen auf massiven Gegenwind- beklagt Sanches. Er nennt als Beispiele die G20-Staaten Türkei, Indien, Indonesien, Mexiko, Argentinien und selbst den Süden der USA.

"Müssen unseren Lebensstil ändern"

Scharfe Kritik wird auf dem Treffen auch an der Klimapolitik der G20-Staaten laut. Die hätten zwar das Pariser Abkommen unterzeichnet, aber seien bislang keine nationalen Verpflichtungen eingegangen, um das Zwei-Grad-Ziel auch wirklich zu erreichen. Nach dem Rückzug der USA unter Präsident Donald Trump aus der Vereinbarung stelle sich Kanzlerin Angela Merkel jetzt als Klimaschützerin dar. Doch herrsche eine "klimapolitische Doppelmoral", weil Deutschland weiter viel zu viel Kohle verbrenne, sagt Unmüßig. Wenn es Merkel wirklich ernst meine, müsse sie den Ausstieg aus der Kohleverstromung verkünden.

Barbara Unmüßig vom Vorstand der Heinrich Böll-Stiftung, die zu den Organisatoren des Treffens gehört, beklagt zudem eine "große Repression gegen die Zivilgesellschaft, nicht nur in Russland, China und der Türkei, sondern auch in Indien, Mexiko und selbst in Hamburg hier vor der Tür". Die Polizei der Hansestadt stelle mit ihren Demonstrationsverboten "Polizeirecht vor Versammlungsrecht".

Auch wenn Deutschland international als relativ gerecht und sozial wahrgenommen werde, wüchsen die Ungleichheit und die Kluft zwischen Arm und Reich, sagt Unmüßig. Die soziale Spaltung nehme zu. Durch die Globalisierung seien deutsche Verbraucher stark in den kapitalistischen Welthandel eingebunden und nutzten die Ausbeutung in anderen Ländern, um Billigprodukte kaufen zu können. "Wir müssen unseren Lebensstil ändern."

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