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Hunderte Todesopfer - Kritik an Indonesiens Tsunami-Warnsystem

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Eine meterhohe Tsunamiwelle hat auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 800 Menschenleben gekostet. Wurden die Küstenbewohner fahrlässig in Sicherheit gewiegt?

Menschen in den Trümmern nach dem Tsunami in Indonesien
Quelle: ap

Bei den schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. In einer neuen Zwischenbilanz bezifferten die Behörden die Zahl der Toten am Sonntag auf mindestens 832.

Für die Todesopfer ist nach Behördenangaben auch das fehlerhafte Warnsystem verantwortlich. Als die meterhohe Welle mit zerstörerischer Wucht über die Küstenmeile der Inselhauptstadt Palu hereinbrach, hätten sich dort noch viele Menschen am Strand aufgehalten. "Es gab keine Sirene. Viele Menschen waren sich der Gefahr nicht bewusst, also gingen sie ihrer Beschäftigung am Strand nach", sagte der Sprecher von Indonesiens Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, am Sonntag.

Videoaufnahmen zeigen, wie die bis zu drei Meter hohen Wellen am Freitag auf die westliche Küstenstadt treffen und neben Menschen und Booten ganze Häuser mit sich reißen. Kurz zuvor war Sulawesi, eine der größten Insel des Landes, von zwei Erdbeben der Stärke 5,9 und 7,4 erschüttert worden.

Schwierige Bedingungen für Retter

Die ebenfalls schwer getroffenen Bezirke Donggala und Sigi seien bei den jüngsten Zahlen noch gar nicht einbezogen, sagte Wilem Rampangilei, Leiter des nationalen Zivilschutzes, der Agentur Antara. Zu diesen Gebieten bestehe noch keine Verbindung. Auch in Palu wurden noch nicht alle Gebäude erreicht, darunter große Hotels, Warenlager und Geschäftshäuser. "Wir haben Probleme, schweres Gerät einzusetzen, da viele Zufahrtsstraßen zerstört wurden", sagte Rampangilei. Auch Kommunikationsverbindungen sind beschädigt, weshalb es noch Tage dauern könnte, bis das genaue Ausmaß der Katastrophe klar wird.

Warnung zu früh aufgehoben?

In Palu wurden auch eine Shopping Mall und eine Moschee schwer beschädigt. Zudem stürzte eine 250 Meter lange Brücke ein. Der Flughafen der Stadt ist wegen Schäden auf der Landebahn gesperrt. Nur Hubschrauber dürfen landen.

Nach Erdbeben in Indonesien sitzen Menschen auf dem Boden; 29.09.2018
Quelle: reuters

Das nationale Zentrum für Meteorologie und Geophysik hatte wenige Minuten nach dem stärkeren Erdbeben eine Tsunami-Warnung ausgegeben, diese aber eine halbe Stunde später wieder aufgehoben - aus Sicht von Kritikern zu früh, sodass die Menschen unvorsichtig geworden seien. Die Leiterin des Zentrums, Dwikorita Karnawati, betonte jedoch, dass die Warnung erst zurückgenommen worden sei, nachdem der Tsunami bereits auf Land getroffen und das Wasser an der Küste wieder auf dem Rückzug war.

Zentrum des Bebens zehn Kilometer tief

Das Zentrum des zweiten Erdbebens lag in rund zehn Kilometern Tiefe, etwa 80 Kilometer nördlich von Palu. Indonesien - mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder.

Am zweiten Weihnachtstag 2004 hatte ein Erdbeben vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra einen Tsunami ausgelöst, in dessen Folge in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen starben.

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