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Kritik an US-Präsident Trump - Die Bushs stellen sich gegen Rassismus

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Für seine Äußerungen zu rechter Gewalt schlägt US-Präsident Trump scharfer Gegenwind entgegen - aus allen Teilen der Gesellschaft. Spitzenpolitiker und Wirtschaftsbosse gehen auf Distanz, auch die früheren Republikaner-Präsidenten Bush senior und Bush junior stellten sich gegen Hass und Fanatismus.

Wie Präsident Trump mit dem Thema umgeht, sorgt weiter für Kritik; auch in den eigenen Reihen. Die gewalttätigen Ausschreitungen in Charlottesville werden ein Nachspiel im US-Kongress haben. Trump wirft den Medien vor, ihn falsch wiedergegeben zu haben.

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Die rechtsextreme Gewalt in Charlottesville am Wochenende und Trumps Aussagen dazu haben in den USA eine hitzige Debatte über grundlegende amerikanische Werte entfacht. Die früheren republikanischen US-Präsidenten George H.W. und George W. Bush mahnten: "Amerika muss immer rassischen Fanatismus, Antisemitismus und Hass in jeglicher Form zurückweisen" und auch die Oberbefehlshaber der vier Zweige des US-Militärs bezogen ungewöhnlich deutlich gegen Rassismus und Extremismus Stellung.

Trumps Äußerungen wurden in diesen Erklärungen nicht explizit erwähnt, einige Politiker und Unternehmer nahmen aber kein Blatt vor den Mund. Der republikanische Senator und Trump-Kritiker Lindsey Graham, warf dem Präsidenten vor, das Land zu spalten. Viele Republikaner würden sich der Vorstellung widersetzen, "dass die Partei Lincolns den David Dukes dieser Welt den roten Teppich ausrollt". Duke ist ein ehemaliger Führer des rassistischen Ku-Klux-Klans.

"Nationale Schande"

Der frühere CIA-Chef John Brennan beklagte sich in einem Brief an den US-Fernsehmoderator Wolf Blitzer mit harschen Worten über Trump. "Herrn Trumps Worte und die Einstellung, die sie repräsentieren, sind eine nationale Schande", schrieb Brennan in dem Brief, den der Nachrichtensender CNN auf seine Internetseite stellte.

"Alle Amerikaner, die bei Vernunft sind, müssen seine hässlichen und gefährlichen Kommentare zurückweisen", so Brennan weiter. Ansonsten werde Trump der US-Gesellschaft und der Stellung des Landes in der Welt dauerhaften Schaden zufügen. "Mit seinen Worten setzt Herr Trump unsere nationale Sicherheit und unsere gemeinsame Zukunft einem großen Risiko aus."

Der 1948 in Augsburg geborene CNN-Moderator Blitzer hatte kurz zuvor in einer Sendung erwähnt, seine vier Großeltern seien während der Nazi-Herrschaft ums Leben gekommen. Seine Eltern hatten das Nazi-Konzentrationslager Auschwitz überlebt.

Seit dem Wochenende hatten immer mehr Firmenchefs Trumps wirtschaftliche Beratergremien aus Protest verlassen. Am Mittwoch löste der US-Präsident zwei davon kurzerhand auf. Nur 24 Stunden zuvor hatte Trump noch diejenigen, die seinem Industrierat den Rücken gekehrt hatten, als "Wichtigtuer" bezeichnet und behauptet, es gebe genug andere, die an ihre Stelle treten wollten.

Trump gibt beiden Seiten die Schuld

Rechte Gruppen waren am Samstag in Charlottesville aufmarschiert, um gegen die Entfernung der Statue eines Konföderiertengenerals zu protestieren. Neonazis, Mitglieder des Ku-Klux-Klans und Rassisten skandierten auch Parolen wie "Die Juden werden uns nicht ersetzen" und lieferten sich mit Gegendemonstranten regelrechte Straßenschlachten. Eine Frau kam ums Leben, als ein mutmaßlicher Neonazi sein Auto in einige der Gegendemonstranten rammte.

Trump hatte in seiner ersten Reaktion neben den Rechtsextremen auch die Gegendemonstranten für die Eskalation in Charlottesville am vergangenen Samstag verantwortlich gemacht, am Montag dann verurteilte er alle Gewalt durch weiße Rassisten und Neonazis, doch in einer hitzigen Tirade vor Journalisten am Dienstag bekräftigte er wieder seine erste Darstellung. An der Demonstration am Samstag hätten "einige sehr schlechte Leute" teilgenommen. "Aber da waren auch Leute, ausgezeichnete Leute, auf beiden Seiten", sagte er.

Gedenken in Charlottesville

In Charlottesville nahmen Tausende derweil Abschied von der am Samstag getöteten Frau. Ihre Mutter sagte bei der Gedenkfeier, sie hoffe dass der Tod der 32-jährigen Rechtsanwaltsgehilfin nicht umsonst, sondern der Anfang ihres Vermächtnisses gewesen sei.

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