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65-jähriges Thronjubiläum - Queen für die Ewigkeit

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Sie ist 92 Jahre alt und seit 65 Jahren auf dem Thron - Rekord. In der Zeit hat Queen Elisabeth II. zehntausende Termine absolviert, 119 Länder bereist und 13 Premiers ernannt.

Queen Elisabeth II
Queen Elisabeth II.
Quelle: reuters

"Rekorde, die Zahlen hinter ihrer Regentschaft sind ihr eigentlich egal", erklärt Roya Nikkhah, die Königshaus-Korrespondentin der Sunday Times. "Aber der Tag ihrer Krönung, der 2. Juni 1953, ist für Elisabeth immer ein besonderer Tag gewesen." Die Krönung - eines der größten Ereignisse der damaligen Zeit. Mehr als 8.000 Gäste in der Westminster Abbey. Gekrönte Häupter, Vertreter aus 129 Ländern, Staats- und Regierungschefs. 

Die erste TV-Übertragung eines Gottesdienstes überhaupt verfolgten Millionen in aller Welt. Das Königshaus hatte sich durchgesetzt. Denn Premierminister Winston Churchill war gegen die Live-Ausstrahlung. Der Kompromiss: Ein extra dafür bestellter Regisseur der BBC hatte den Auftrag, königliche Distanz zu wahren. Sollte die Kamera der Queen zu nahe kommen, war es seine Aufgabe wegzuschalten.

Persönliche Einblicke der Queen

Fast 65 Jahre später gibt die Monarchin in einer BBC-Dokumentation persönliche Einblicke in die Krönung. Und erzählt von einem Moment, an dem fast hätte weggeschaltet werden müssen. Sie sei mit ihrem Kleid am ausgelegten, dicken Teppich hängen geblieben. Aber zum Glück nicht gestolpert. Ansonsten sei ihr vor allem die Fahrt in der vier Tonnen schweren Kutsche in Erinnerung geblieben. "Schrecklich. Sie ist nicht gemacht, um mit ihr zu reisen. Man sitzt auf Sprungfedern mit Lederbezug. Nicht sehr komfortabel."

Auch die mit mehr als 3.000 Diamanten und Edelsteine besetzte Krone habe ihr zu schaffen gemacht. Wie schon ihrem Vater. "Glücklicherweise haben er und ich die gleiche Kopfform", erklärt die Queen. "Hat man sie einmal auf dem Kopf, sitzt sie fest. Hält sich von selbst." Im Gebrauch sei die Krone aber eine Bürde. Wie bei der jährlichen, pompösen Parlamentseröffnung. Die Queen trägt das Programm ihrer Regierung vor. Eine schwere Kost präsentiert mit einer schweren Kopfbedeckung. "Man kann während der Rede nicht nach unten schauen“, so Elisabeth II., "man muss den Text beim Lesen hochhalten. Sonst fällt sie runter. Und man bricht sich das Genick."

Es ist ein Interview mit Seltenheitswert: Zum ersten Mal überhaupt spricht die Queen vor einer Kamera über den Tag ihrer Krönung vor 65 Jahren.

Beitragslänge:
44 min
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Seit 65 Jahren ist sie die Trägerin der Krone, doch in Amt und Würden ist Elisabeth II. schon ein Jahr länger. Am 6. Februar 1952 stirbt ihr geliebter Vater George VI. "Es kam völlig überraschend", erläutert Nikkhah. "Sie war zusammen mit Prinz Philip, ihrem Ehemann in Kenia. Am Tag, an dem sie Königin wird, ist sie voller Trauer, weit weg. Sie konnte sich nicht von ihrem Vater verabschieden. Die Krönung dagegen war für sie und das ganze Land ein feierliches Ereignis. An dem diese junge Königin ein goldenes, elisabethanisches Zeitalter einläutet, ihr Zeitalter."

Pflichterfüllung - und Familie

Das geprägt ist von einem Versprechen, das die junge Elisabeth schon 1947 in einer Radioansprache gibt. "Ich erkläre vor Ihnen allen, dass mein ganzes Leben, mag es lang oder kurz sein, in Ihrem und dem Dienst des gesamten Königreichs stehen wird." Pflichterfüllung - und Familie. Dafür steht sie. Anfang der 90er schickt ihre Familie allerdings die Monarchie auf Talfahrt. Drei ihrer vier Kinder lassen sich scheiden. Die Queen ist alles andere als amüsiert.

Die öffentlich ausgetragene Schlammschlacht zwischen Thronfolger Charles und Diana verstärkt die Krise. Dianas Unfalltod 1997 wird zur dunkelsten Stunde der Regentschaft Elisabeths. Sie schweigt tagelang, kommt nicht nach London, verkennt das Ausmaß der Trauer. Als gar die Monarchie in Frage gestellt wird, kommt die Kehrtwende - in einer Fernsehansprache. "Was ich Ihnen nun als Königin und Großmutter sage, kommt aus tiefstem Herzen. Ich will Diana als Person würdigen. Sie war ein außergewöhnlicher und talentierter Mensch. Niemand, der sie kannte, wird sie je vergessen."

Die jungen Royals sollen es richten

Von da an wird umgesteuert. Erneuerung und Wandel im Zeichen der Tradition - es wird zum Motto der Regentschaft Elisabeth II. Thronfolger Charles dürfte aufgrund seines Alters, er wird 70, wohl eher ein Mann des Übergangs werden. Am deutlichsten zeigt sich der Wandel an der Enkelgeneration, den jungen Royals. Prinz William und seine Kate hatten zehn Jahre, um sich vorzubereiten. Mit den Kindern George, Charlotte und Louis ist die Thronfolge mehr als gesichert.

Und royale Beobachter sind sich einig. Die Mischung zwischen normaler Familie und königlichem Glamour stimmt. Was Prinz William sogar kürzlich eine Nominierung als "Promi-Vater des Jahres 2018" einbrachte. All das trägt dazu bei, dass die Monarchie so beliebt ist wie lange nicht. Bis zu 75 Prozent der Briten sind je nach Umfrage zufrieden mit ihrem Königshaus. 

Hochzeit von Harry und Meghan als Meilenstein

Auch Prinz Harry, lange das Sorgenkind der Familie, hat seinen Weg und seine Liebe gefunden. Die Hochzeit mit Meghan Markle gilt als Meilenstein für das Königshaus. Dass eine geschiedene US-Schauspielerin mit afro-amerikanischen Wurzeln von nun an in der ersten Reihe der Windsors steht, ist Ausdruck, dass die Monarchie wandlungs- und anpassungsfähig ist.

Das Königshaus sei ein Meister im Entwickeln von Überlebensstrategien und -garantien, so Roya Nikkhah. Und an der Spitze steht die Queen, die Inkarnation der Beständigkeit. "Wenn die Menschen an sie denken, dann an jemand, der ein noch nie gekanntes Maß an Konstanz und Pflichtbewusstsein gelebt hat. Ihre Würde, ihre Bescheidenheit und Standhaftigkeit. Für fast alle ist sie einzige Königin, die sie überhaupt kennen." Und so, ergänzt sie, solle es noch lange bleiben.  

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