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Bundesarbeitsgericht - Kündigung von katholischem Chefarzt unwirksam

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Die Kündigung eines Chefarztes durch ein katholisches Krankenhaus wegen seiner Wiederheirat nach Scheidung ist unwirksam. Das entschied das Bundesarbeitsgericht.

Der Eingang zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt.
Der Eingang zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt.
Quelle: arifoto UG/dpa

Das Bundesarbeitsgericht hat die Kündigung eines Chefarztes an einem katholischen Krankenhaus wegen dessen Scheidung und Wiederheirat für nicht rechtmäßig erklärt. Das Gericht wies die Revisionsklage des Krankenhausträgers am Mittwoch in Erfurt unter Berufung auf das Europarecht zurück. Es habe keine kündigungsrelevante Dienstverletzung vorgelegen.

Wiederheirat als Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten?

In dem Fall ging es um einen Chefarzt an einem kirchlichen Krankenhaus in Düsseldorf. Dessen Arbeitgeber hatte ihm 2009 unter Verweis auf das katholische Verständnis von der Unauflöslichkeit der Ehe gekündigt. Dagegen hatte der Mediziner geklagt und vorgebracht, dass der Krankenhausträger an nichtkatholische Ärzte in gleicher Funktion solche Anforderungen an die Lebensführung nicht stelle.

Dieser Auffassung folgte nun auch das Bundesarbeitsgericht. Nach mehreren Vorinstanzen und dem Bundesverfassungsgericht kam der Fall zum Europäischen Gerichtshof (EuGH), der ihn im September 2018 nach einer Grundsatzentscheidung an das Bundesarbeitsgericht zurückverwies. In dem Revisionsverfahren waren das im Grundgesetz verankerte besondere Arbeitsrecht der Kirchen sowie der europarechtlich auch im Berufsleben geforderte Schutz vor Diskriminierung abzuwägen.

Chefarzt weiterhin in Krankenhaus beschäftigt

Der EuGH hatte entschieden, die Auflage, dass ein katholischer Chefarzt den nach dem Verständnis seiner Kirche "heiligen und unauflöslichen Charakter" der Ehe beachte, erscheine nicht als "wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung". Zwar dürfe eine Kirche grundsätzlich an ihre leitenden Angestellten - je nach deren Konfession oder Konfessionslosigkeit - "unterschiedliche Anforderungen" stellen.

Nationale Gerichte müssten jedoch überprüfen können, ob die Religion bei der konkreten Tätigkeit ein wesentliches Erfordernis sei. Mit dieser Rechtsprechung habe der EuGH seine Kompetenzen nicht überschritten, urteilte das Bundesarbeitsgericht. Weil das Arbeitsgericht und das Landesarbeitsgericht der Kündigungsschutzklage des Chefarztes stattgegeben hatten, ist er nach Angaben seines Prozessvertreters weiterhin in dem Krankenhaus beschäftigt.

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