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CES in Las Vegas - "KI": Auf der Suche nach dem (Technik-) Gral

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Auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas geizen die Hersteller nicht mit dem Wort "Künstliche Intelligenz". Ist das nur Getrommel - oder geht nichts mehr ohne die "KI"?

Illustration: Intelligenz
Intelligenz ist schon lange nicht mehr das Privileg lebender Geschöpfe, Maschinen lernen immer schneller dazu. Quelle: colourbox.de

Die Suche nach künstlicher Intelligenz (KI) ähnelt der Gralssuche - niemand weiß so recht, wie KI aussieht, wie man sie erreicht und was sie eigentlich kann. Klar ist nur, dass Technik leistungsfähiger, Datensammlungen umfangreicher, Programme ausgefeilter werden, die Cleverness der Software jedoch schwer hinterherhinkt. Wer einmal versucht hat, seinen Internetlautsprecher per Sprachbefehl Musik einer exotischen Band abspielen zu lassen, weiß, dass es noch ein weiter Weg zur künstlichen Intelligenz ist.

Seit 60 Jahren ist die “Consumers Electronic Show“ die Leitmesse für Unterhaltungselektronik. 4.000 Firmen, darunter hunderte Startups, buhlen vom 9. bis 12. Januar in Las Vegas um das Interesse von Medien, Kunden und Investoren. Und auch dieses Jahr sind die Hersteller nicht scheu, ihren Produkten den Stempel "smart" aufzudrücken.

Zwischen Wortgeklingel und praktischer Anwendung

Voll auf den KI-Zug setzt beispielsweise der südkoreanische Hersteller LG. Seine "Smart-TV"-Geräte  sollen per Deep-Learning-Algorithmen die Nutzerführung mit jeder Benutzung verbessern und die Sprachsteuerung intuitiver machen. Und was bedeutet das? Man kann direkt über Sprachbefehle nach Filmen eines bestimmten Schauspielers suchen. Außerdem soll es einfacher werden, Spielekonsolen und Smart-Home-Geräte am Fernseher anzuschließen und zu überwachen. So schön das auch klingt: Zieht man das Marketinggeklingel ab, bleibt eine bessere Nutzerführung übrig - ob das schon preiswürdig ist, wird sich in der Praxis zeigen.

Ein gewagterer Schritt sind Roboter, die uns Menschen das Leben leichter machen. Vor allem Honda arbeitet intensiv an hochspezialisierten Modellen. ”3E-A18” kann anhand von Gesichtsausdrücken Mitgefühl ausdrücken (sicher praktisch für Warteschlangen); “3E-B18” ist ein moderner Rollstuhl für drinnen und draussen; ”3E-C18” ein kleiner selbstfahrender Laderaum und “3E-D18” ein autonom steuerndes Quadbike, das beispielsweise Waldarbeitern selbstständig folgt und die schwere Ausrüstung schleppt. Ob diese Roboter das Labor jedoch verlassen werden und in Serie gehen, ist ungewiss.

Auch LG stellte Roboter-Konzepte vor: Der tonnenförmige “Serving Robot“ bringt das Essen, “Porter Robot“ trägt Koffer und ein “Shopping Cart Robot” entpuppt sich als fahrender Einkaufswagen. Leider zeigte auf der weltweit übertragenenen LG CES-Pressekonferenz Robo-Assistent CLOi dem Moderator die kalte Schulter. Eigentlich sollte CLOi digitale Haushaltsgeräte ansteuern - er machte schlicht gar nichts.

Hintergrund

Sprich mit mir: Die Sprachassistenten

Handfester wird es bei den Sprachassistenten, die sich auf breiter Front durchgesetzt haben. Sie helfen Nutzern, Produkte zu bestellen, Freunde zu kontakten, per Sprachbefehl zu twittern oder Termine zu verwalten. Während ”Siri“ auf nur Apples Geräten und ”Cortana“ auf Microsofts Computern und Handys läuft, hat Amazons “Alexa“ Einzug in eine breite Produktpalette anderer Firmen genommen. Ein spezielles Entwickerkit soll es nun einfach machen, Alexa auch in Bluetooth-Wearables zu integrieren. Das können Fitnessarmbänder, Kopfhörer, Smartwatches, Lautsprecher, Brillen oder auch smarte Kleidung sein. Lautsprecher- und Kopfhörerhersteller wie Beyerdynamic, Bose, Bowers & Wilkins, iHome und Jabra arbeiten bereits an der Integration. Alexa wird auch bald Einzug in Laptops von HP, Asus und anderen Herstellern erhalten.

Von diesem Kuchen will sich auch Google eine Stück abschneiden - und zieht auf der CES großflächig nach: Bereits bekannt ist, dass der “Google Assistant” nun standardmäßig in LG-Geräten zum Einsatz kommen wird - weitere Ankündigungen folgen auf der Messe.

Wenn das Auto das Gehirn scannt

Königsdisziplin der KI sind Automobile - ein selbstfahrendes Auto muss schlicht funktionieren, sonst wird es brenzlig für Fahrer und Umwelt. Auf der CES werden Neuheiten von Ford, General Motors,Tesla und chinesischen Startups erwartet. Und die neue Luxus-Automarke Byton, deren Chefetage aus hochrangigen Ex-BMW-Managern besteht, zeigt ihr erstes "smartes" Elektro-SUV. Markenzeichen ist ein gebogener Touchscreen, der sich über die kompette Breite des Armaturenbretts zieht. Und dann gibt‘s noch den "Robomart" der bestellte Lebensmittel, Backwaren und Fertigmahlzeiten aus dem Supermarkt nach der Bestellung autonom an den Zielort liefert - ganz ohne Fahrer.

Noch einen Schritt weiter geht Nissan. Der japanische Konzern forscht bereits an einer "Brain to Vehicle"-Technologie. Springt beispielsweise ein Reh auf die Fahrbahn, misst eine am Kopf platzierte Vorrichtung die Reaktion des Fahrers, erkennt akuten Stress und fängt vorsorglich an zu bremsen. Und sollte der Fahrer einen Blackout haben, steuert der Wagen selbst an den Seitenstreifen und setzt einen Notruf ab. Wann so ein System serienreif ist? Das weiß leider nur die KI.

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