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Künstliche Intelligenz - Mensch, Roboter! Keine einfache Beziehung

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Roboter gehören längst zu unserem Alltag - aber nicht überall werden die autonomen Maschinen vom Menschen akzeptiert.

Archiv: Der Humanoide Roboter Pepper steht auf der Internetkonferenz re:publica
Der humanoide Roboter "Pepper" auf de re:publica in Berlin (Archivbild).
Quelle: dpa

"Sag mal, Sophia, bist du eigentlich ein Vorbild für die Roboter der Zukunft?", fragt Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Konferenz "Morals & Machines" eine Roboterfrau. "I hope so!", antwortete Sophia auf Englisch und erklärt, dass es ihr Ziel sei, möglichst menschenähnlich zu wirken. Sie lerne Unterhaltungen zu führen und sich dabei auch durch Gesten auszudrücken. Sophia ist nur ein Beispiel für eine Künstliche Intelligenz. Die ersten haben den Weg als Sprachassistenten wie Alexa oder Echo bereits in viele Wohnzimmer geschafft. Künstliche Intelligenzen - sogenannte KI - agieren selbstständig und sind dabei lernfähig. Perfekte Bedingungen, um sich in den menschlichen Alltag einzubringen?

Die Grenzen der Technologie

Ganz so einfach ist es nicht. Künstliche Intelligenzen übernehmen Aufgaben, die über das Menschenmögliche hinausgehen. Sie erkunden fremde Planeten, navigieren in Katastrophengebieten durch Trümmerteile, lenken Autos. So viel Selbständigkeit weckt mitunter Unbehagen, sogar Ängste. Zu Unrecht, meint Frank Kirchner, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen:  Die Angst, dass Roboter irgendwann schlauer werden als der Mensch, sei unbegründet. "Das wird nicht passieren." Entscheidend sei, dass Kinder im Unterricht mehr über Computer lernen. Wenn Kinder begreifen, wie Computer funktionieren, verstehen sie auch die Grenzen der Technologie. Das würde Ängste abbauen.

Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine ist das Fachgebiet von Martina Mara. Die Roboterpsychologin der Johannes-Keppler-Universität Linz wird nicht müde, Vorurteile und Sorgen über Roboter zu entkräften. Häufig sei zum Beispiel die Angst, am Arbeitsplatz ersetzt zu werden. "Gerade in Bereichen, wo es um zwischenmenschliches Verständnis geht, um Kommunikation, Erfahrungsaustausch, persönliche Beratung, das Ausverhandeln einer Sache, ist es doch absurd, das mit Künstlicher Intelligenz lösen zu wollen", sagt Mara.

Deutsche Skepsis

Dennoch scheint besonders hierzulande die Skepsis gegenüber Robotern noch tief verwurzelt zu sein - mit schwerwiegenden Folgen auch für die Wirtschaft. Was den Erfolg von Unternehmen im Bereich Künstlicher Intelligenz angeht, liegt Deutschland deutlich hinter China und den USA. Jetzt hat die Bundeskanzlerin das Thema zur Chefsache gemacht und will dafür sorgen, dass Deutschland die "dynamischste Entwicklung" in der Forschung aktiv mitgestaltet. Bis Herbst solle es eine "Strategie Künstliche Intelligenz" geben, kündigte sie im Juni in einem Video-Podcast an. Ziel ist es, gute Forscher anzulocken und sie auch zu halten. Attraktivere Arbeitsangebote, zum Beispiel aus dem Silicon Valley, führen derzeit zum Abwandern vieler Fachkräfte. Dem soll nun in Deutschland entgegengewirkt werden.

Intelligente Roboter drängen weiter in unseren Alltag vor. Wie wird das Zusammenleben mit ihnen aussehen? Ein Besuch am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

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Mehr Austausch und Anregung versprechen sich die Wissenschaftler von einem Treffen im Herbst. Beim Internationalen Raumfahrtkongress (IAC), der im Oktober in Bremen stattfindet, wird es vor allem auch um Robotik gehen. So ist auch das Robotics Innovations Center des DFKI mit seinem Weltraumprojekt "TransTerra" dabei. Die Forscher entwickelten ein Roboter-Team, das aus einem großen Transportroboter und einem kleineren besteht, der in unwegsame Bereiche vordringen kann. Eine vielversprechende Kombination, meint Kirchner: "Der kleine Roboter kann Daten aufnehmen oder Proben und sich dann wieder mit dem Großen, mit dem Team, verbinden." Mit ihren sternförmigen Rädern und Spinnenbeinen sind diese Roboter allein schon optisch mehr Maschine als Mensch. Unbehagen lösen sie nicht aus.

Humanoide in der Minderheit

Archiv: Humanoide Roboter - Sophia
Immer menschenähnlicher: Roboter "Sophia" (Archivbild)
Quelle: epa

Anders ist das bei Humanoiden, die dem menschlichen Antlitz immer stärker ähneln. Derzeit sind sie noch in der Minderheit, bekommen aber viel öffentliche Aufmerksamkeit. Sie sind faszinierend und unheimlich zugleich: "Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass ein bisschen Menschenähnlichkeit zwar durchaus gewollt ist, dass es gleichzeitig aber sehr gruselig werden kann, wenn uns Roboter in ihrem Aussehen allzu ähnlich sind", erklärt Roboterpsychologin Mara. Wenn nicht mehr klar ist, wie menschlich das Gegenüber ist, löse das vor allem Unbehagen aus. Und das steht dem praktischen Nutzen im Wege.

Am Beispiel selbstfahrender Autos erklärt die Roboterpsychologin, wie die ideale Beziehung zwischen Mensch und Maschine aussehen sollte: "Ein Roboter-Fahrzeug muss sich Menschen gegenüber erklären, muss einem Fußgänger nach außen signalisieren, wenn es ihn erkannt hat und muss Insassen nach innen ankündigen können, wenn ein Spurwechsel oder Überholungsmanöver ansteht." Denn das Vertrauen der Menschen könnten Roboter nur gewinnen, wenn ihr Handeln vorhersehbar und nachvollziehbar sei.

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