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Astronaut startet zur ISS - Künzelsau schickt Gerst mit Fest ins All

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Der Astronaut Alexander Gerst fliegt heute von Baikonur zur ISS. Die Stadt Künzelsau verabschiedet ihren berühmtesten Sohn mit einem Fest, der Start wird live übertragen.

In Künzelsau findet ein Straßenfest für Alexander Gerst statt. "Wir wollen gemeinsam auf den Countdown hinfiebern und die Daumen drücken" sagt Bürgermeister Stefan Neumann.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Alexander Gerst am 22.05.2018
Astronaut Alexander Gerst: Jetzt geht's los zur ISS (Archivbild vom 22. Mai 2018) Quelle: NASA–V. Zelentsov

Das schwäbische Künzelsau ist im ISS-Fieber. Auslöser ist der berühmteste Sohn der Stadt - Alexander Gerst. Der Astronaut fliegt heute vom kasachischen Raumfahrtbahnhof Baikonur zur ISS und wird der erste deutsche Kommandant auf der Raumstation sein.

In Künzelsau wird dieser Moment mit einem großen Fest begangen. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Europäischen Weltraumagentur ESA haben die Bürger ein besonderes Programm auf die Beine gestellt.

ESA: Gerst nimmt Bevölkerung mit

"Alexander Gerst ist jemand, der die Bevölkerung bei der astronautischen Raumfahrt mitnimmt", sagt ESA-Sprecher Bernhard von Weyhe. Gerade Künzelsau sei das perfekte Beispiel dafür. "Hier wird die Raumfahrt auf die Straße und zu den Menschen gebracht."

"Eigentlich begann alles mit Alexander Gersts erster Mission 2014", erzählt Elke Sturm, die Pressesprecherin von Künzelsau. Eine kleine Veranstaltung fand damals zum Start der Mission "Blue Dot" in der Stadthalle statt. "Die Idee ist von den Bürgern ausgegangen, und wir haben das Interesse erkannt und die Idee weiterverfolgt", sagt Bürgermeister Stefan Neumann.

Während "Blue Dot" hatte Künzelsau die Möglichkeit, einen Live-Call von Alexander Gerst von der ISS zu empfangen. Innerhalb von zehn Tagen stellten die Verantwortlichen rund um Bürgermeister Neumann mit Unterstützung von ESA und DLR ein Programm auf die Beine. Am Ende der Mission gab Künzelsau noch eine Welcome-back-Party für ihren Ehrenbürger.

"Ein bodenständiger Kerl geblieben"

"Astro-Alex hatte die Befürchtung, dass keiner kommt", erinnert sich Neumann und schmunzelt. 12.000 Menschen waren da. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass so viele Leute einem eineinhalb-stündigen Vortrag eines Wissenschaftlers interessiert lauschen", fügt er hinzu. Der Bürgermeister macht diesen Erfolg vor allem an der Person Alexander Gerst fest: "Er ist ein bodenständiger Kerl geblieben, der den Spagat zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit perfekt beherrscht."

Volker Schmid vom DLR ist für das deutsche Team bei der Mission "Horizons" verantwortlich. Wenn er von Künzelsau und den Menschen dort spricht, gerät er ins Schwärmen: "Es ist so ein unkompliziertes Handeln mit der Stadt, und das beeindruckt nicht nur mich, sondern auch die Kollegen von der ESA und dem DLR." Wenn es nach ihm ginge, würde er das komplette Organisationsteam der Stadt für eine Mission einstellen. "Mit der pragmatischen Herangehensweise fluppt es hier einfach. Selbst wenn es Probleme gibt, präsentiert sich die Stadt geschlossen und zeigt nach außen: 'Wir packen das'." Für Schmid ist Künzelsau Teil des Teams.   

In Künzelsau dreht sich alles um die Raumfahrt

Gerst- Graffiti auf einer Straße in Künzelsau
Gerst- Graffiti auf einer Straße in Künzelsau Quelle: Oliver Schniepp

Seit Tagen dreht sich alles in dem rund 15.000-Einwohner-Städtchen um die Raumfahrt. Wer durch die Stadt flaniert, wird überall mit dem Thema Weltraum und Raumfahrt konfrontiert: Sogar die Schaufenster der Geschäfte sind entsprechend dekoriert. "Wir begleiten schon das ganze Jahr über die Vorbereitungen von Alexander Gerst und arbeiten auf seine Mission "Horizons" mit verschiedenen Street-Art-Projekten, der Countdown-Uhr und einer Media-Wall in der Weltraumausstellung im Rathaus hin", erzählt Stefan Neumann. Die Ausstellung verändert sich im Lauf der Mission. "Es wird gezeigt, wo Astro-Alex sich befindet, was er gerade macht und welche Experimente anstehen", fügt das Stadtoberhaupt hinzu.

Für die Feier zur zweiten Mission läuft die Organisation seit vielen Monaten. Ab 11 Uhr wird in Künzelsau eine Wissenschafts-Show stattfinden, es wird einen Experimentierstand geben sowie wissenschaftliche Talkrunden. Wie in Berlin und Oberpfaffenhofen soll der Start der Sojus-Rakete um 13.12 Uhr live übertragen werden. Aber mit dem Start der Rakete endet für die Künzelsauer die Weltraum-Mission noch lange nicht. So ist Ende Juli wieder ein Live-Call von der ISS geplant.

"Perfekter Botschafter"

Und wenn die ISS auf ihrem Weg um die Erde im Oktober an Künzelsau verbeifliegt, werden auch Funk-Amateure zusammen mit Schülern einen Kontakt zu Gerst herstellen. "Das funktioniert über das ARISS, Amateur Radio ISS", erklärt ein Mitglied des Deutschen Amateur Radio Club Ortsgruppe Künzelsau. Früher hätten die Kosmonauten der MIR so Kontakt zu Funk-Amateuren weltweit gehalten. Organisiert wird das Ganze von der ESA. Alexander Gerst ist durch seinen Großvater - ein begeisterter Funk-Amateur - zur Raumfahrt gekommen. Gerst nutzt diese Technik noch immer.

"Die Motivation von Alexander Gerst knüpft an die Tradition der alten Seefahrer und Entdecker an", sagt Volker Schmid vom DLR. Mit seiner besonnenen und ruhigen Art sei der Astronaut aus Künzelsau der "perfekte Botschafter". Er mache Wissenschaft erlebbar - und selbst der unendliche Weltraum schrumpft für einen Augenblick auf die Größe einer Nussschale zusammen.

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