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Lachgas als Partydroge immer beliebter

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Distickstoffmonoxid - Lachgas als Partydroge immer beliebter

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Sie saugen das Gas aus Sahnespendern, sie inhalieren es aus Luftballons: Der schnelle Rausch aus Lachgas ist ein Trend unter Jugendlichen.

Partydroge Lachgas
Das aus Sahne-Kartuschen oder Luftballons inhalierte Lachgas führt zu einem kurzen Rausch.
Quelle: imago

Nah der deutschen Grenze, im niederländischen Venray, hat sogar ein "Lachgas-Laden" eröffnet. Und auch hierzulande ist die Partydroge Lachgas bei jungen Leuten verbreitet. Die Kartuschen für Sahnespender finden sich einfach in Supermärkten - zehn Stück für 6,99 Euro. Und sie sind beliebt bei Jugendlichen, die damit keine Sahne sprühen, sondern eine kurzen Rausch wollen. Denn der Inhaltsstoff der Kapseln "Distickstoffmonoxid" wird landläufig als "Lachgas" bezeichnet. Wer ihn inhaliert, bekommt ein Kribbeln am Körper und oft auch einen Lachkick, der höchstens wenige Minuten währt: "Uns sind vermehrt Diebstähle der Kartuschen aufgefallen", heißt es in einem Düsseldorfer Supermarkt. Auch hätten Jugendliche sich schon im Markt darüber beschwert, dass die Kartuschen teurer als bei einer Online-Bestellung seien – die dürfte den jungen Konsumenten aber ohne elterliche Kreditkarte schwer fallen.

Wir wollen zeigen, dass man die Ballons auf entspannte Art nutzen kann. Unter Kontrolle, mit Aufsicht und mit Erklärung
Unternehmer Mathieu Hölzken

Eigentlich wird Lachgas als Narkosemittel eingesetzt oder eben in der Nahrungsmitteltechnik. Seit den 90er-Jahren ist es auch als Partydroge bekannt. Ein Trend, an dem der niederländische Unternehmer Mathieu Hölzken verdienen möchte: In seinem Laden "False Lucht" ("Falsche Luft"), nur einen Katzensprung von Mönchengladbach oder Krefeld entfernt, verkauft er den Lachgas-Ballon für fünf Euro. Nur Volljährige dürfen die falsche Luft hier inhalieren und das auch nur im Laden selbst: "Wir wollen zeigen, dass man die Ballons auf entspannte Art nutzen kann. Unter Kontrolle, mit Aufsicht und mit Erklärung. Sie dürfen damit nicht auf die Straße, das passiert alles hier drinnen", erklärt Hölzken.

Gefahren von Lachgas

Denn der Lachgas-Konsum birgt auch Gefahren. Zwar löse Lachgas keine körperliche Abhängigkeit aus, sagen Experten wie der Düsseldorfer Mediziner Christoph Specht, aber eine psychische Abhängigkeit im Sinne einer Sucht könne vorkommen. Tatsächlich sind aus den Niederlanden Fälle von Jugendlichen bekannt, die bis zu 50 Kartuschen pro Tag konsumieren. Häufig seien auch Erfrierungen an den Lippen, wenn das Gas nicht aus einem Ballon, sondern direkt aus den eiskalten Kartuschen gesaugt wird. Zudem bestehe Sturz- und damit Verletzungsgefahr, wenn der Lachgas-Konsument plötzlich ohnmächtig werde, erläutert Specht. Und es könne zu Überdosierungen kommen. Eine Gefahr, die sich statistisch belegen lässt: In den Niederlanden ist die Zahl der Vergiftungsfälle durch Lachgas stark gestiegen, nach Angaben des Nationalen Informationszentrum für Vergiftungen in Utrecht von 13 Fällen im Jahr 2015 auf 67 Fälle allein im ersten Halbjahr dieses Jahres.

Lachgas ist seit 2016 legal erhältlich, es fällt seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshof nicht mehr unter das strenge Arzneimittelgesetz. Und während in den Niederlanden nun eine Debatte über ein Verbot entbrannt ist, gibt es im Düsseldorfer Supermarkt schon Überlegungen, die Kartuschen nur noch an der Service-Theke abzugeben.

Illegale Drogen in Deutschland

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