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Lübtheen: Lage weiter angespannt - Waldbrand: Minister sieht Bund in der Pflicht

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Noch gibt es keine Entwarnung beim größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Das Feuer lodert nahe mehrerer Dörfer. Das Land sieht auch den Bund in der Pflicht.

Während eines Besuches von Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Lübtheen übergab Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (beide SPD) ihr am Donnerstag ein Konzept für einen besseren Schutz der Dörfer vor weiteren Waldbränden. Backhaus forderte den Bund auf, rund 700 Hektar in der Nähe der Dörfer von Munition zu räumen und die Wälder etwa durch die Anpflanzung von Laubbäumen gegen Feuer widerstandsfähiger zu machen. Erste Maßnahmen würden etwa 35 Millionen Euro kosten.

Neue Glutnester entdeckt

Der ehemalige Truppenübungsplatz steht seit 2015 unter Naturschutz und gehört dem Bund. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte gefordert, der Bund müsse einen Plan entwickeln, "wie er das Gelände räumt". Am kommenden Mittwoch will sich nach Angaben Sternbergs Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor Ort einen Überblick über die Lage verschaffen.

Die Lage nahe der letzten evakuierten Ortschaft im Waldbrandgebiet bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt angespannt. Das Feuer sei in der Nacht zum Donnerstag wieder etwas an das Dorf Alt Jabel herangerückt, sagte ein Sprecher des Landkreises. In der Nacht seien bei Überwachungsflügen mehrere Glutnester in weniger als 350 Metern Entfernung des Ortes entdeckt worden. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich darauf, weitere Riegel aus bewässerten Schneisen und Erdwällen um das Dorf herum zu legen.

Die Behörden wollen die Einwohner erst in ihre Häuser zurücklassen, wenn das Feuer bis auf tausend Meter zurückgedrängt ist. Das Gelände auf dem vom Waldbrand betroffenen ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr ist mit Alt-Munition kontaminiert. Es kommt immer wieder zu Detonationen. Die Evakuierung von drei weiteren Dörfern in der Nähe des Waldbrandes war am Mittwoch aufgehoben worden.

Brandgebiet langfristig überwachen

Ein Sanitätspanzer am 03.07.2019 im Einsatz beim Waldbrand bei Lübtheen im Einsatz
Ein Sanitätspanzer beim Einsatz
Quelle: dpa

Insgesamt brennt es weiterhin auf einer Fläche von etwa 600 Hektar. Das Feuer gilt als unter Kontrolle. Seit Beginn des größten Waldbrandes in der Geschichte von Mecklenburg-Vorpommern hat es auf etwas mehr als 1.200 Hektar gebrannt. Der Stadtrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), rechnet damit, dass etwa 1.500 Einsatzkräfte gebraucht werden, um das Brandgebiet auch in den kommenden Wochen zu überwachen, wenn das offene Feuer gelöscht ist.

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