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Fluchtroute Mittelmeer - Lambsdorff: Brauchen großangelegten Grenzschutz

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Die Flüchtlingskrise und besonders die Route der Flüchtlinge übers Mittelmeer beschäftigt heute auch den EU-Gipfel. Eine "echte europäische Agentur" zum Grenzschutz fordert der Vize-Präsident des EU-Parlaments Lambsdorff bei Maybrit Illner. Frontex sei nicht ausreichend.

Der Vize-Präsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff, plädiert für den Aufbau eines neuen europäischen Grenzschutzes, um den Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer zu stoppen. "Man kann die Mittelmeerroute vermutlich nicht einhundertprozentig sperren", sagte Lambsdorff in der ZDF-Sendung "maybrit illner". "Dennoch könnten wir als Europäer viel mehr tun."

Die bisherige Einrichtung Frontex sei nur "eine kleine Agentur, wo dann mal der ein oder andere Innenminister ein paar Beamte hinschickt", kritisierte Lambsdorff. "Aber das ist kein europäischer Grenzschutz." Stattdessen brauche es eine "echte europäische Agentur", die das Mittelmeer im großen Stil mit Schiffen, Hubschraubern und ausreichend Personal sichern könne. "So, wie es im Moment versucht wird, geht es nicht."

Müller: Mit 30 Milliarden vor Ort helfen

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) warnte unterdessen: "Das Mittelmeer darf nicht zum Meer des Todes werden." Zugleich kritisierte der Minister, dass nach wie vor zu wenig Geld für die Unterstützung der Flüchtlinge in den Heimatregionen aufgewendet werde, etwa für die acht Millionen Flüchtlinge in und um Syrien.

Bund, Länder und Kommunen gäben dieses Jahr 30 Milliarden für eine Million Flüchtlinge in Deutschland aus. Er als Entwicklungsminister bekomme dagegen lediglich eine Milliarde zusätzlich, um den Flüchtlingen in ihrer Heimat zu helfen. "Mit 30 Milliarden könnten wir für alle Flüchtlinge vor Ort in den Krisen- und Kriegsgebieten eine Zukunftsperspektive schaffen. Warum machen wir nicht diesen Ansatz?", fragte Müller.

EU-Gipfel berät über Flüchtlingskrise

Zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschefs über die Flüchtlingskrise und insbesondere über die Lage auf der Route über das Mittelmeer nach Italien. Sie wollen dabei die Zusammenarbeit mit Libyen und die Stärkung der Küstenwache des nordafrikanischen Landes betonen und gleichzeitig mehr Anstrengungen bei der schnellen Abschiebung und Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern fordern.

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