Sie sind hier:

Landnutzung - Weltklimarat fordert Umsteuern

Datum:

Mehr Hitze, Dürre und Extremwetter: Die Forscher des Weltklimarats fordern eindringlich ein Umsteuern bei der Land-Ausbeutung und den Nahrungsgewohnheiten.

Der Weltklimarat IPCC fordert ein radikales Umsteuern bei der Landnutzung. In einem Sonderbericht plädieren die Forscher dafür, Land-Ausbeutung, Lebensmittelverschwendung und die CO2-Belastung durch die Landwirtschaft drastisch zu reduzieren. Auch müssten Wälder und Moore besser geschützt werden.

In den kommenden Jahrzehnten werde die Zahl, Dauer und Intensität von Hitzewellen sowie Dürren zunehmen, warnen die 107 Forscher. Der weltweite Temperaturanstieg habe über den Landflächen bereits 1,53 Grad erreicht.

Allerdings stehe die Welt vor einem Dilemma: Denn ohne ein weiteres umfassendes Maßnahmenpaket könnte die Aufforstung die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen bedrohen, heißt es in dem Bericht. "Die Stabilität des Nahrungsmittel-Angebots wird voraussichtlich sinken, da das Ausmaß und die Häufigkeit von Extremwetter-Ereignissen, die die Lebensmittelproduktion beeinträchtigen, steigen wird." Es gehe auch darum, die gesamte Kette der Erzeugung und des Konsums von Nahrungsmitteln zu überdenken. Eine ausgewogene Ernährung, die verstärkt auf Gemüse und Getreide setze, könne dazu beitragen, die Kohlendioxid-Emissionen wesentlich zu senken.

"Viel Potenzial" im Agrarsektor

Die Land- und Forstwirtschaft steuert laut IPCC rund 23 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase bei. "Hier liegt sehr viel Potenzial", sagte die deutsche Co-Autorin des Berichts, Almut Arneth. Generell mache der Bericht deutlich, dass die Ressource Land begrenzt sei. "Wir können nicht weitermachen wie bisher." Sehr skeptisch sei sie, dass die im Bericht auch thematisierten Aufforstungen bis hin zu Bionenergie-Plantagen ein guter Weg seien.

Schon jetzt habe der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen 1,53 Grad erreicht. In den kommenden Jahrzehnten werde die Zahl, Dauer und Intensität von Hitzewellen sowie Dürren nicht zuletzt rund ums Mittelmeer zunehmen, warnen die 107 Forscher. In vielen Regionen würden zudem häufiger extreme Regenfälle vorkommen. Verglichen wurden die Zeiträume 1850 bis 1900 und 2006 bis 2015.

Drohende Landkonflikte

Der Bericht steht im Zeichen des Pariser Klimaabkommens. Darin wurde 2015 das Ziel festgelegt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dazu müssten die Staaten den Netto-Ausstoß ihrer Treibhausgase stark reduzieren. Um das zu schaffen, wollen einige Experten große Flächen für Wälder nutzen, die die Treibhausgase aus der Atmosphäre ziehen können. In Verbindung mit dem Ziel der Lebensmittelsicherheit für die gesamte Bevölkerung drohen so Landkonflikte - zusätzlich zu den Entwicklungen, die der Klimawandel bereits jetzt ausgelöst hat.

Die Forscher hatten zunächst eine große wissenschaftliche Analyse erarbeitet, deren Zusammenfassung in Genf seit vergangenem Freitag intensiv beraten wurde. Die vor allem politischen Delegierten einigten sich dabei auf den nun veröffentlichten Bericht, der somit auch von den IPCC-Mitgliedsländern anerkannt ist. Die Dringlichkeit des Thema verdeutlichte zu Wochenbeginn nicht zuletzt die Mitteilung des Klimawandelsdienstes Copernicus, dass der Juli 2019 global gesehen der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 war.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.