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Arbeitsmarkt - Oft chancenlos: Langzeitarbeitslose

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Mehr als 990.000 Menschen in Deutschland sind Langzeitarbeitslose. Zwar sinkt die Zahl stetig. Doch für viele bleibt ein normaler Job unerreichbar: Sie sind einfach nicht ausreichend qualifiziert. Opposition und Verbände verlangen von der Bundesregierung Taten.

Frank-Jürgen Weise scheidet heute aus dem Amt als Chef der Bundesagentur für Arbeit und fordert einen subventionierten Jobmarkt für Hartz-4-Empfänger.

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Langzeitarbeitslose finden in Deutschland nur selten einen neuen, regulären Job. Bei den Betroffenen, die im vergangenen Jahr ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, war nur in rund jedem achten Fall eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt der Grund. Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Langzeitarbeitslose: Problem Ausbildung

Die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken sagte weiter, die Gründe, warum Langzeiterwerbslose nicht mehr als arbeitslos gezählt würden, seien nur zu einem kleinen Teil auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen. "Die Bundesregierung muss endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen langzeiterwerbslosen Menschen tun." So müsse ausreichend Geld zur Unterstützung und für gute öffentlich geförderte Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden.

Auch Sozialverbände forderten von den Parteien zur Bundestagswahl wirkungsvolle Schritte gegen die Langzeitarbeitslosigkeit. Viele Betroffene fallen aufgrund von Krankheit, Rente oder Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen aus der Statistik. Insgesamt gab es im Durchschnitt des vergangenen Jahres 993.073 Langzeiterwerbslose. 12,2 Prozent nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf. 17,3 Prozent wurden wegen Arbeitsunfähigkeit aus der Statistik gestrichen. Für Kurzzeiterwerbslose, die weniger als zwölf Monate arbeitslos waren, war 2016 in fast jedem dritten Fall eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt der Grund für die Beendigung der Arbeitslosigkeit.

Insgesamt gibt es bei der Langzeitarbeitslosigkeit aber einen Abwärtstrend. So lag die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, im Mai bei 910.000 - 97.000 weniger als vor einem Jahr. Den Betroffenen fehlt es laut BA häufig an der nötigen Ausbildung. Viele Langzeitarbeitslose wollten daher eine Stelle als Hilfskraft. Nur 17 Prozent der Jobs, die der BA gemeldet werden, sind Helferberufe.

Langfristiges Konzept gefordert

Der Sozialverband VdK Deutschland forderte ein nachhaltiges Konzept für mehr Chancen von Langzeitarbeitslosen. "Weiterbildungsprogramme, die insbesondere die individuelle Situation von gering Qualifizierten berücksichtigen, müssen ausgebaut werden", sagte Vdk-Präsidentin Ulrike Mascher. Notwendig sei ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt mit tariflich entlohnten, abgesicherten Arbeitsplätzen.

Der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, sagte: "Die guten Arbeitsmarktzahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es viele verfestigte Arbeitslosenverhältnisse gibt, gegen die etwas getan werden muss." Laut BA waren im Juni 2,473 Millionen Menschen ohne Job. Das war der niedrigste Wert in dem Monat seit 1991. Die AWO sieht die Lösung für die Abgehängten darin, Beschäftigung öffentlich zu fördern und damit einen sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen.

Union und SPD versprechen zur Bundestagswahl, das Problem künftig besser anzugehen. CSU/CDU haben sich in ihrem Wahlprogramm für den Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung ausgesprochen. Im seinem «Zukunftsplan» betont SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz: «Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geht (...) bisher an vielen Langzeitarbeitslosen vorbei.» Dies solle sich ändern.

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