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Laschet in Israel - Zwischen Yad Vashem und Big Data

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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident erinnert bei seiner Israel-Reise an die Verantwortung Deutschlands - und wirbt um eine engere Zusammenarbeit.

Armin Laschet in Yad Vaschem
Armin Laschet in Yad Vaschem
Quelle: dpa

Wie ist es, als erster hochrangiger Politiker nach den Vorfällen von Chemnitz nach Israel zu reisen? Es ist in Ordnung, erfährt Armin Laschet, das deutsch-israelische Verhältnis hat bislang keinen Schaden genommen. Mehr noch: Dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten wird ein Empfang wie einem Regierungschef zuteil. Israels Staatschef Benjamin Netanjahu nimmt sich anderthalb Stunden Zeit für das Gespräch mit Laschet, der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin empfängt ihn trotz einer Erkrankung, Oppositionsführern Tzipi Livni kommt eigens ins Hotel zum Austausch beim Mittagessen.

NRW-Haus als Ort der Begegnung

Fragen zur aktuellen Situation in Deutschland, die gibt es bei diesen Gesprächen. Denn in Israel wird natürlich der wachsende Rechtspopulismus aufmerksam beobachtet. Aber das Thema bestimmt nicht die Reise. Natürlich ist der Besuch Laschets in der Gedenkstätte Yad Vashem ein emotionaler Moment: Erinnerung mahnt, Verantwortung bleibt, Zukunft schafft Hoffnung, formuliert Laschet im Anschluss.

Und diese Zukunft liegt in den engen wirtschaftlichen Verbindungen mit Israel. Das gemeinsame Handelsvolumen des größten deutschen Bundeslandes und Israel beläuft sich auf eine Milliarde Euro pro Jahr. So gilt der freundliche Empfang einem Ministerpräsidenten, der nach dem Vorbild von Bayern eine nordrhein-westfälische Repräsentanz in Israel eröffnen will - ein NRW-Haus als Ort der Begegnung. Israel sei der Ort, an dem nach Silicon Valley die meisten Innovationen entstehen, betont Laschet. Auch Netanjahu habe im Gespräch unterstrichen: Wer bei Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz und Big Data nicht mitmache, riskiere auf Dauer seinen Wohlstand. 

Von Cyberabwehr-Experten lernen

Was das konkret bedeutet, zeigt ein Besuch bei der Firma Elbit Systems, die unter anderem Cyberabwehrsysteme vertreibt - auch in Deutschland. Israel engagiert sich militärisch stark im Bereich Cyberabwehr und gehört dabei zu den weltweit führenden Nationen. Die vernetzte Welt ist gefährdeter denn je, hört Armin Laschet hier, da reiche schon ein Angriff auf die ungeschützte Klimaanlage des hoch geschützten Datenzentrums. Und gerade in Deutschland gebe es Probleme bei der Ausbildung solcher Cyberabwehr-Experten: Bislang existierten keine Studiengänge in diesem Bereich, zudem dürften die öffentlichen Universitäten - anders als amerikanische Unis - auch kein Geld für Experten aus dem privaten Bereich ausgeben. 

Es ist ein nachdenklicher Ministerpräsident, der diesem Vortrag folgt. Und der mit dem NRW-Haus in Israel nun die Chance nutzen will, sich stärker mit der israelischen Wirtschaft und Wissenschaft auszutauschen.   

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