ZDFheute

Masern in Europa auf dem Vormarsch

Sie sind hier:

Laut WHO schon 90.000 Fälle - Masern in Europa auf dem Vormarsch

Datum:

In vielen Ländern gelten die Masern als ausgerottet. Doch nun gibt es in Europa eine Rückkehr der Infektionskrankheit. Die WHO fordert höhere Impfraten.

Eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln.
Eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln.
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Die Zahl der Masernerkrankungen in Europa hat 2019 deutlich zugenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählte in den ersten sechs Monaten rund 90.000 Fälle. Damit habe sich die Zahl der Erkrankungen gegenüber 2018 verdoppelt. Außerdem hätten Albanien, Tschechien, Griechenland und Großbritannien ihren Status als masernfrei verloren.

Eine solche Entwicklung habe es seit Beginn der genauen Überwachung 2012 nicht gegeben. Ohne eine verbreitet hohe Impfrate würden Kinder wie Erwachsene unnötig leiden.

Als von Masern frei gilt ein Land, wenn dort über einen Zeitraum von zwölf Monaten keine Übertragung der Krankheit festgestellt wird. Aufgrund der Statistiken für das Jahr 2018 können Griechenland, Großbritannien, Tschechien und Albanien nicht mehr als Masern-frei angesehen werden. In Griechenland wurden 2.193 Fälle festgestellt, in Albanien 1.466, in Großbritannien 953 und in Tschechien 217.

74 tödliche Masernfälle im vergangenen Jahr

"Die zunehmende Übertragung der Masern ist beunruhigend", sagte Günter Pfaff, der Vorsitzende der Europäischen Verifizierungskommission für die Eliminierung von Masern und Röteln. Wenn keine hohe Impfquote gewährleistet werde, führe das bei den Betroffenen zu "unnötigem Leid" und in einigen Fällen zum "tragischen Tod". In Europa wurden 2018 insgesamt 74 tödliche Masernfälle registriert, in der ersten Jahreshälfte 2019 waren es 37.

Masern sind eine Viruserkrankung, die schneller übertragen wird als etwa die Grippe oder Ebola. Wenn ein Infizierter niest oder hustet, bleiben die Viren noch zwei Stunden aktiv. Eine Infektion kann also noch erfolgen, wenn gar kein Infizierter mehr im Raum ist. Außerdem können Infizierte das Masernvirus bereits vier Tage vor Ausbruch des typischen Ausschlags übertragen. Es können lebensgefährlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung auftreten, insbesondere bei ohnehin abwehrgeschwächten Menschen wie Säuglingen oder Senioren.

Deutschland führt wieder Impfpflicht ein

In zwölf europäischen Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, sind die Masern laut WHO endemisch, diese Länder sind also nicht von Masern frei. Österreich und die Schweiz hingegen genießen auf der Basis der Daten von 2018 nun diesen Status. In Deutschland soll ab dem 1. März 2020 eine Impfpflicht für Masern gelten.

Im weltweiten Vergleich wurden in der Demokratischen Republik Kongo, Madagaskar und der Ukraine die meisten Masernfälle registriert. Nach Einschätzung der WHO gehen jedoch nur etwa zehn Prozent der Fälle in die Statistik ein.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.