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Bayern in den USA - Dahoam in Leavenworth

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Trachten, Wiesn, Alpenpanorama: Nirgendwo in den USA geht es bayerischer zu als in Leavenworth.

In den 60er Jahren standen die Einwohner von Leavenworth im Bundesstaat Washington vor der Frage: Geben wir unser Dorf auf, oder lassen wir uns etwas einfallen? Ihre Antwort: Sie bauten ein neues Dorf. Nach bayerischem Vorbild.

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Das beschauliche Dorf liegt an der amerikanischen Pazifikküste im Bundesstaat Washington, gute zwei Autostunden von Seattle entfernt. Seine 2.000 Bewohner haben den kleinen Ort in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bayerischen Idyll umgebaut – inklusive Fachwerkhäusern, Oktoberfest und deutschen Straßennamen.

Style-Berater aus München

Viele Bewohner haben deutsche Wurzeln oder eine enge Verbindung nach Bayern. Beim Stadtumbau legten sie deshalb Wert darauf, alles so originalgetreu wie möglich zu bauen. Style-Berater aus München halfen bei den Entwürfen und der Einrichtung der Wirtshäuser. Und  ganz stolz erzählen viele, sie hätten  sich ihre Trachten direkt aus Berchtesgaden besorgt

Der skurrile Plan ging auf: Das Städtchen in den Cascades Mountains, die tatsächlich an die Alpen erinnern, kann sich inzwischen vor Touristen kaum retten. Jedes Jahr kommen 2,5 Millionen Besucher, für ein Hotelzimmer zahlen die während der Hochsaison schon mal 400 Dollar pro Nacht.

Eine Erfolgsgeschichte

Leavenworth kurbelt die Wirtschaft in der gesamten Region an. Doch das war nicht immer so. Gegründet wurde das Dorf 1890 auf dem Land der Yakima, Chinook und Wenatchi-Indianer. Goldgräber und die Holzindustrie vertrieben die ursprünglichen Bewohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg brach die Wirtschaft ein, in Leavenworth gab es für die Menschen keine Arbeit mehr. Sie verließen die Stadt.

Das Projekt Bayern – es war in den 1960ern die letzte Rettung für das Dorf und ist heute eine Erfolgsgeschichte. Das jährliche Oktoberfest, das dieser Tage stattfindet, zieht jedes Wochenende 30.000 Wiesn-Fans in Dirndl und Lederhosen an. Was im deutschen Bayern gerade politisch passiert, ist für die amerikanischen Bayern nicht so wichtig. Sie hätten genug Probleme mit der eigenen Regierung.

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