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Doppelmord von Herne - Lebenslange Haft für Marcel H.

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Marcel H. muss lebenslang hinter Gitter: Für den grausamen Doppelmord von Herne wurde der 20-Jährige heute vom Bochumer Landgericht verurteilt.

Der heute 20-Jährige Marcel H. hatte im März 2017 in Herne einen Nachbarsjungen und danach einen Bekannten erstochen. Das Urteil: Lebenslange Haft für den Angeklagten.

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Außerdem stellte das Bochumer Landgericht am Mittwoch die besondere Schwere der Schuld fest und behielt sich wegen der Gefährlichkeit des Angeklagten die spätere Unterbringung in der Sicherungsverwahrung vor. Das Gericht folgte mit seinem Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte in ihrem Plädoyer in der vergangenen Woche lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verlangt. H.s Anwalt stellte in seinem Schlussvortrag keinen konkreten Antrag für das Strafmaß.

Fotos von der Tat im Internet

Der Angeklagte Marcel H. hatte gestanden, im März 2017 zunächst einen neunjährigen Nachbarsjungen und auf seiner Flucht anschließend auch einen 22-jährigen früheren Schulfreund umgebracht zu haben. Die Fotos der mit 120 Messerstichen furchtbar zugerichteten Leichen waren kurz nach den Taten im Internet aufgetaucht und hatten für Furcht und Entsetzen gesorgt.

Die 8. Strafkammer des Bochumer Landgericht stufte den zur Tatzeit 19-Jährigen als Erwachsenen ein, obwohl auch eine Verurteilung nach dem milderen Jugendstrafrecht möglich gewesen wäre. Obwohl der Angeklagte noch zu Hause gewohnt und seine Freizeit mit Computerspielen verbracht habe, gingen die Richter von einer bereits ausgereiften Persönlichkeit aus.

Angeklagter ohne Reaktionen

Marcel H. hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert und auch keinerlei Reaktionen gezeigt. Er hatte auf eine mildere Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht gehofft - auch das wäre möglich gewesen, weil er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war.

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen die Höchststrafe gefordert. Sie sprach im Plädoyer von "schrecklichen Taten" und einer "grundlosen Ermordung von zwei völlig unschuldigen, jungen Menschen". Marcel H. habe nach den Morden selbst die Öffentlichkeit gesucht und sich durch die Veröffentlichung von Bildern der Leichen in "menschenverachtender Weise" über die Opfer ausgelassen. Außerdem habe er während seiner dreitägigen Flucht "ganz erheblich für Angst in der Bevölkerung rund um Herne" gesorgt.

Nur Vermutungen gibt es zum Motiv. Es kämen Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, Macht- und Größenfantasien sowie "Befriedigung des eigenen Sadismus und Angeberei" in Betracht, meint der zuständige Staatsanwalt.

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