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Viele Anbieter "mangelhaft" - Leihräder fallen in Sicherheitstest durch

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Per App ein Fahrrad mieten - das geht in fast allen deutschen Städten. Laut Stiftung Warentest sind aber längst nicht alle Räder sicher. Vier Anbieter sind "mangelhaft".

Viele abgestellte Leihräder in Frankfurt am Main
Neben deutschen Anbietern wie "Nextbike" oder "Call a Bike", versuchen auch internationale Unternehmen den Bikesharing-Markt für sich zu gewinnen.
Quelle: dpa

Die Stationen gibt's an fast jeder Ecke - meistens hat man Glück und findet noch einen Platz um das geliehene Rad wieder abzustellen. Unter einer halben Stunde kostet es dann oft nur einen Euro, bequem bezahlt per App. Das ist die Idee hinter Leihrädern, die seit circa zwei Jahren von immer mehr Deutschen genutzt werden.

Neben deutschen Anbietern wie "Nextbike" oder "Call a Bike" von der Deutschen Bahn, versuchen auch internationale Unternehmen den Bikesharing-Markt für sich zu gewinnen; unter anderem aus China, Dänemark oder den USA. Stiftung Warentest hat die sechs größten Anbieter getestet und miteinander verglichen. Ihren Ergebnissen nach sind viele Räder mangelhaft und stellen eine Gefahr für ihre Nutzer dar. Im Notfall hätten die Bremsen der meisten nichts getaugt. Nur zwei Anbieter waren im Test akzeptabel: Nextbike und Call a Bike.

Bikesharing: Vier Anbieter scheitern im Sicherheitstest
Anbieter Nextbike Call a Bike Donkey Republic Limebike Mobike Byke
Verfügbar in Deutschlandweit in mehr als 60 Städten Deutschlandweit in mehr als 70 Städten Berlin, Freiburg, Hamburg, München Berlin Berlin, Düsseldorf, Hannover, Köln Berlin, Duisburg, Essen, Frankfurt am Main, Mülheim
Geprüft in (mit...) Berlin und Frankfurt am Main Berlin und München Berlin und München Berlin und Frankfurt am Main Berlin Berlin und Frankfurt am Main
Abo möglich ja ja ja nein ja ja
Urteil Stiftung Warentest GUT (1,9) GUT (2,3) MANGELHAFT (4,9) MANGELHAFT(5,0) MANGELHAFT (5,1) MANGELHAFT (5,4)

Quelle: test 5/2019, Stiftung Warentest

Stiftung Warentest rät von Leihrädern der Anbieter "Donkey Republic", "Limebike", "Mobike" und "Byke" ab. Vor allem deren Bremsen fielen im Test durch. Das Vorderrad des getesteten "Byke" bremste nur knapp 22 Kilo ab, was gerade mal für das Gewicht des Fahrrads selbst reichte. Beim Pedelec des Anbieters "Limebike" fehlte ein vorgeschriebener Sicherungsmechanismus für den Elektromotor.

Kontrollen und Wartungen?

Doch aus rechtlicher Sicht machen die Anbieter nichts falsch. Es ist gesetzlich nämlich nicht festgelegt, inwiefern die Räder kontrolliert und repariert werden müssen. In den Geschäftsbedingungen von Limebike und Byke steht auch, dass kein Anspruch auf einen technisch einwandfreien Zustand ihrer Räder bestehe. Die Nutzer müssten ihre Räder selbst prüfen.

Bei Schäden setzen alle getesteten Unternehmen auf ihre Kunden - Sie sollen eine Schadensmeldung per App senden, wenn sie einen Mangel am Rad feststellen. Monteure würden dann die Räder prüfen und gegebenenfalls aus dem Verkehr nehmen.

Neben Sicherheit und Komfort der Räder wurden auch die jeweiligen Apps auf ihre Nutzerfreundlichkeit und ihr Datensendeverhalten, sprich ihren Hunger nach Daten, getestet. Ganz klar: Ohne Daten funktionieren die Leihsysteme praktisch nicht - sie verlangen alle Standortdaten, Bewegungsprofile und persönliche Angaben. "Call a Bike" sendet dabei jedoch als einziger Anbieter laut Test sowohl in der Android- als auch in der iOS-Version keine unnötigen Daten seiner Nutzer - für Stiftung Warentest mustergültig.

Note "gut" für zwei Anbieter

Bei dem Test lagen die Anbieter "Nextbike" und "Call a Bike" mit dem Urteil "gut" deutlich vor den vier anderen "mangelhaften" Anbietern. "Nextbike" ist in mehr als 60, "Call a Bike" in mehr als 70 Städten vertreten. Bei den beiden Anbietern handelt es sich auch um jene, die schon länger als fünf Jahre auf dem deutschen Markt sind. Es gab sie also schon vor dem europaweiten Boom an Leihrädern, der vor zwei Jahren begann.

Für Stiftung Warentest haben sich fünf Tester bei sechs Anbietern angemeldet und jeweils ein Rad in zwei Städten gemietet. Pro Anbieter kamen so zehn Testberichte zusammen. Die Tester unterschieden sich in Größe, Gewicht, Alter und Fahrradaffinität.

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