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Art vom Aussterben bedroht - Letzter Nördlicher Breitmaulnashornbulle gestorben

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Der letzte bekannte Nördliche Breitmaulnashornbulle der Welt ist tot. Doch die Hoffnung, dass die Art erhalten werden kann, lebt weiter.

In einem Reservat in Kenia ist der letzte Nördliche Breitmaulnashornbulle gestorben. Der 45-jährige Sudan wurde wegen seines hohen Alters und Gesundheitsproblemen eingeschläfert.

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Es ist ein Schock für Tierschützer: Der letzte bekannte Nördliche Breitmaulnashornbulle der Welt ist tot. Der 45-jährige Sudan sei wegen altersbedingten Komplikationen am Montag eingeschläfert worden, teilte das kenianische Tierschutzgebiet Ol Pejeta am Dienstag über Twitter mit.

Sein Zustand habe sich in den letzten 24 Stunden erheblich verschlechtert. Sudans Würde und Stärke sei vielen Menschen zu Herzen gegangen. Die Art soll jetzt durch künstliche Befruchtung gerettet werden. Sudan war Teil des ehrgeizigen Projektes, das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu retten. Er kam im Sudan zur Welt und war soweit bekannt das letzte wild geborene Exemplar seiner Art.

Spezielle Diät

Er lebte im tschechischen Zoo Dvur Kralove und kam 2009 nach Kenia - zusammen mit den damals drei letzten fruchtbaren Nördlichen Breitmaulnashörnern. Die Tiere wurden auf eine spezielle Diät gesetzt und rund um die Uhr von bewaffneten Leibwächtern geschützt. Obwohl bereits im reifen Nashornalter paarte sich Sudan mit Artgenossinnen - Nachwuchs kam dabei allerdings nicht zustande.

Das Nördliche Breitmaulnashorn hatte Afrika einst vom Tschad über den Kongo, die Zentralafrikanische Republik und Uganda bis zum Sudan bevölkert. Es fiel jedoch immer mehr bewaffneten Konflikten und Wilderei zum Opfer. Im vergangenen Jahr tat sich Ol Pejeta mit der Dating-Plattform Tinder zusammen, um Geld für Forschungen zur künstlichen Befruchtung Nördlicher Breitmaulnashörner zu sammeln. Die Kampagne erstellte unter dem Titel "Der begehrteste Junggeselle der Welt" ein Tinder-Profil für Sudan, in dem es hieß: "Ich will nicht zu aufdringlich sein, aber das Schicksal der Spezies hängt buchstäblich von mir ab."

Ungezählte Fans

Spätestens diese Aktion brachte Sudan weltweit ungezählte Fans ein. Tausende pilgerten nach Kenia, um den vermutlich prominentesten Nashornbullen des Planeten zu betrachten. "Er war ein großartiger Botschafter seiner Art", resümierte Ol-Pejeta-Chef Richard Vigne jetzt. Sudan habe weltweit ein Bewusstsein für die Notlage von Nashörnern und anderen vom Aussterben bedrohten Tierarten geschaffen.

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Zuletzt litt Sudan unter anderem an einer Infektion am rechten Hinterbein. Zudem hatte er großflächige Hautwunden und seine Knochen und Muskeln bildeten sich zurück, wie Ol Pejeta mitteilte. Das Tier konnte nicht mehr stehen. Wildhüter, die ihn betreuten, beschrieben Sudan als freundlich und waren sehr niedergeschlagen, als sich das Ende abzeichnete.

Nachkommen möglich

Die letzten beiden weiblichen Exemplare des Nördlichen Breitmaulnashorns leben ebenfalls in Ol Pejeta. Es sind Sudans Tochter Najin und seine Enkelin Fatu. Doch auch sie sind bereits zu alt, um sich noch auf natürlichen Wege fortzupflanzen. Wissenschaftler wollen das Nördliche Breitmaulnashorn nun vor dem Aussterben bewahren, indem sie Eier von Nashornkühen mit Samen von Bullen befruchten und die Embryos von Südlichen Breitmaulnashörnern austragen lassen. Von dieser Art leben in Afrika noch rund 20.000 Exemplare - nachdem sie vor 100 Jahren schon fast ausgerottet waren.

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Allerdings muss eine In-Vitro-Befruchtung für Nashörner erst noch entwickelt werden, wie Ol Pejeta mitteilte. Sudans genetisches Material sei sichergestellt worden. Sudans Tod sei ein grausames Symbol für die menschliche Gleichgültigkeit gegenüber der Natur, sagte der Direktor des Zoos Dvur Kralove, Jan Stejskal. "Aber wir dürfen nicht aufgeben. Es mag unglaublich klingen, aber dank neu entwickelter Techniken könnte sogar Sudan noch Nachkommen haben."

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