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Beleuchtete Radwege - Das Licht am Wegesrand

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Die Idee von leuchtenden Radwegen ist nicht neu. In Polen und den Niederlanden hat man mit fluoreszierenden Farben experimentiert. Belgische Verkehrsingenieure haben ein Pilotprojekt ganz anderer Art gestartet.

Der 160 Meter lange, neue Fahrradweg im belgischen Dendermonde kann im Dunkeln leuchten. In den Boden wurden Glaskristalle eingearbeitet, die das Licht von Straßenlaternen und Fahrradlampen widerspiegeln. So sollen Autofahrer aufmerksamer werden und sich …

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Wer nachts durchs belgische Baasrode radelt, kann derzeit Sonderbares erleben: Plötzlich kommt er auf eine Straße, die links und rechts märchenhaft leuchtet. Keine Zauberei, sondern reine Physik ist das.

Fahrradspuren reflektieren Licht, das auf sie scheint. Auf die Idee gekommen ist Stijn Goossens, der mit seinem Betrieb SingCo immer wieder an neuen Signalmethoden für den Straßenverkehr forscht. Eine Farbmasse aus Kaltplastik wurde mit kleinen Gasperlen vermischt. Die sorgen für die Reflektion.

"Der Belag wird nicht glatt aufgetragen, sondern in einem Relief, damit der Radfahrer bei Regen mehr Bodenhaftung hat und nicht ausrutscht und auch, damit die Glasperlen in alle Richtungen leuchten", erklärt Goossens.

Farbton: Apfelblau-meeresgrün

Gemeinsam mit Jan van den Broeck, der die Straßenbeschichtung hergestellt hat, prüft er immer wieder die Festigkeit des Belages. Der leuchtet übrigens tagsüber grell in der Sonne. Apfelblau-meeresgrün nennen sie den Farbton. Mit verschiedenen Tönen wurde rumexperimentiert. Weiß darf nicht benutzt werden, weil damit auch in Belgien den Straßenmarkierungen vorbehalten ist. Ocker verschwindet in der Dunkelheit. Van den Broeck erläutert: "Wir haben einen Farbton gesucht, der durch das menschliche Auge unter schwierigen Umständen wie Dunkelheit und Regen am besten wahrgenommen wird."

Monatelang haben sie in Labor und Werkstatt getüftelt, denn die Glasperlen dürfen sich nicht lösen, auch wenn schwere LKW über sie hinwegrollen. Dann musste eine Teststecke gefunden werden. Zweimal 50 Meter haben sie bekommen in einer Seitenstraße, die von der Hauptstraße abgeht und über einen Radwanderweg, neben einer stillgelegten Bahnstrecke in ein Wohnviertel führt. Gerade genug Verkehr, für das Pilotprojekt.

Die Gemeinde will Radfahrer motivieren

Die Gemeinde Dendermonde hat ihnen die Strecke zur Verfügung gestellt. Nicht ganz selbstlos natürlich. Denn im Rathaus liegen Statistiken vor: Über die Hälfte aller Bewegungen von A nach B sind kürzer als 5 km und trotzdem nehmen die Leute meist das Auto. Das liegt daran, dass Fahrradwegen schlecht ausgebaut sind und gerade auf dem Land auch noch schlecht beleuchtet werden.

"Wenn wir etwas gegen Staus und für eine bessere Luft unternehmen wollen, dann müssen wir die Leute überzeugen, mehr Rad zu fahren und dafür verschiedenes ausprobieren", sagt Niels Tas, Stadtrat für Mobilität Dendermonde. Vieler Orten in Belgien sei zu wenig Platz, um extra Radwege zu bauen und müssen sich Autos und Radfahrer eine Straße teilen. Genau dafür könnte das Pilotprojekt eine Lösung bieten.

"Es ist sicherer. Die Autofahrer sehen uns Radfahrer besser. Das ist wichtig"

Immer wieder werden Fahrradfahrer in Unfälle verwickelt und tragen dann natürlich stärke Verletzungen davon, als die Fahrer der PKW. Der leuchtende Fahrradweg macht, dass die Radfahrer besser sichtbar sind und sich sicherer fühlen. Arne, auf dem Weg zu einer Party schwärmt: "Ich habe schon festgestellt, dass wenn nachts das Licht von meinem Rad drauf scheint, leuchtet der Weg wirklich" und Ruudi, der jeden Tag hier lang kommt betont: "Es ist sicherer. Die Autofahrer sehen uns Radfahrer besser. Das ist wichtig."

Normalerweise kostet ein Fahrradweg zwischen 20 und 25 Euro pro Quadratmeter, dieser hier rund 30 Euro. Getestet werden muss nun, wie lange der Belag hält. Erst wenn man weiß, nach wie vielen Jahren er erneuert werden muss, kann man sagen, ob sich die Kosten rechnen. Geht es nach den Erfindern, könnte aus das m Pilotprojekt bald schon im ganzen Land Schule machen.

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