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Online-Dating im Trend - Bei Mausklick Liebe

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Heute ist der "Tag der virtuellen Liebe". Mittlerweile ein Tag mit Daseinsberechtigung - hat sich laut einer Studie immerhin ein Drittel aktueller Paare im Netz kennengelernt. Tendenz steigend. Wie sieht der aktuelle Markt der Online-Partnerbörsen aus und welche Fallstricke gibt es?

Wer einsam ist, die große Liebe bisher erfolglos sucht - für den ist Online-Dating verlockend: Ein paar Klicks, ein paar persönliche Angaben und schon findet man im Internet sein Glück. Partner-Vermittlungs-Agenturen verdienen dabei Millionen.

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Für Henning Wiechers hat der Wandel längst stattgefunden: "Gerade in einer fremden Stadt ist nicht mehr die Bar oder die Disco der bevorzugte Ort für die Partnersuche, sondern das Netz", sagt der Geschäftsführer des Portals "singleboersen-vergleich", das alljährlich den Markt der Online-Partnervermittler durchleuchtet. Über 8,5 Millionen Menschen in Deutschland nutzen demnach jeden Monat aktiv eine Dating-Plattform für die Suche nach einem dauerhaften Partner. Die bekanntesten Anbieter sind Parship, Elitepartner, Lovescout24 oder eDarling. Hinzu kommen Seitensprung-Portale, auf denen auch immerhin 3,5 Millionen Nutzer jeden Monat aktiv sind. Übrigens: "Karteileichen", die einmal angemeldet waren und das Profil nicht mehr nutzen, gibt es laut dem Vergleichsportal über 110 Millionen allein hierzulande.

Mehr als 2.500 Anbieter von Online-Portalen

Der Markt ist selbst für Experten nahezu unüberschaubar. Wiechers zählt deutlich über 2.500 Anbieter: Von der Internet-Partnervermittlung über Social Dating - das bloße Kennenlernen und Kontaktknüpfen wie bei "Tinder", die klassische Kontaktanzeige im Netz oder den Singlechat - bis hin zu den bereits erwähnten Seitensprungportalen ist für jedes einsame Herz etwas dabei. Dieser Markt wächst seit Jahren um einige hunderttausend Mitglieder pro Jahr, der Umsatz lag Anfang 2016 laut "singleboersen-vergleich.de" bei rund 200 Millionen Euro.

Da das Herz auch manchmal den Verstand ausschalten kann, warnen Verbraucherschützer vor Fallstricken bei den Online-Portalen, die schnell ins Geld gehen können. Vor allem hohe Abo-Gebühren, lange Laufzeiten und unklare Widerrufsbelehrungen sind Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg ein Dorn im Auge.

Verbraucherfallen erkennen

Folgende Tipps sollen dabei helfen, die beliebtesten Maschen zu erkennen:

#1: Kostenloser Einstieg

Praktisch, eigentlich: Manche Singlebörse bietet eine kostenlose Anmeldung. Um aber aktiv Kontakt mit anderen aufnehmen und Nachrichten lesen zu können, ist meist ein kostenpflichtiges Abonnement fällig. Und das kann teuer werden oder hat lange Laufzeiten von bis zu 24 Monaten. Seriöse Seiten informieren transparent, bieten eine günstige Testphase und verschieden lange Laufzeiten.

#2: Traumpartner, frei erfunden
Zu schön, um wahr zu sein: Das ist insbesondere bei sehr günstigen oder kostenlosen Singlebörsen immer wieder der Fall. Hier tummeln sich professionelle Partnervermittler hinter erfundenen Profilen. Bei Kontaktaufnahme meldet sich dann eine Firma, die einen Vermittlungsvertrag anbietet - oft unter Umgehung der Plattform.

#3: Achtung Abzocke

Manche Betrüger suchen ihre Opfer in Online-Partnerbörsen und schreiben sie gezielt an. Irgendwann bitten sie um Geld, beispielsweise für eine Reise nach Deutschland. Als Vorwand dient meist eine frei erfundene Geschichte. In der Regel sehen die Opfer nach dem Transfer zum Beispiel über "Western Union" oder "Moneygram" weder das Geld noch den Geliebten.

#4: Lockruf zum Zahlen

Immer wieder kommt es auch vor, dass Lockvögel mit fiktiven Identitäten ihre Opfer zum Beispiel zum SMS-Chat auffordern - zu horrenden Gebühren, versteht sich. Ein Alarmsignal: Der Lockvogel nutzt für die SMS eine andere Rufnummer als im Profil angegeben.

Online-Liebe hält nicht länger als Offline-Liebe

Übrigens: Die gern geäußerte These, dass Beziehungen, die sich online angebahnt haben, länger halten, weil man gezielt nach ähnlichen Interessen und Vorlieben suchen könne, kann wissenschaftlich nicht belegt werden. "Durch den digitalen Beziehungskontext" seien Partnerschaften weder stabiler noch instabiler, schreibt Andreas Schmitz von der Uni Bonn. "Offline wirksame Indikatoren" wie Alter oder Lebensstil seien entscheidender.

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