Sie sind hier:

Palästinenser getötet - Israel: "Soldaten taten, was nötig war"

Datum:

Nach den blutigen Zusammenstößen an der Gaza-Grenze hat Israels Verteidigungsminister Lieberman das Vorgehen der Armee verteidigt: "Die Soldaten haben getan, was nötig war."

Gazastreifen - Gewalt und Proteste
Gazastreifen - Gewalt und Proteste
Quelle: reuters

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman kündigte ein entschlossenes Vorgehen der Armee an. Sollten die palästinensischen Proteste andauern, "werden wir uns verteidigen", sagte Lieberman dem Armeesender am Sonntag. Man folge dem "Prinzip der eisernen Mauer". Nach israelischen Angaben hatten sich Tausende Palästinenser der Grenze genähert. Hunderte seien gewalttätig geworden, Steine und Brandbomben seien geworfen worden und israelische Truppen, die die Grenze beschützt hätten, seien beschossen worden.

"Bekannte Terroraktivisten"

Bei den Massenprotesten der Palästinenser an der Grenze zu Israel waren am Freitag 15 Menschen von israelischen Soldaten getötet und mehr als 1.400 verletzt worden. Die meisten am Freitag getöteten Palästinenser seien "bekannte Terroraktivisten" gewesen, sagte Lieberman.

UN-Generalsekretär António Guterres forderte "unabhängige und transparente Ermittlungen" zu den Vorfällen vom Freitag. Lieberman sagte, man werde mit keiner Untersuchung kooperieren. Israel werde von den Vereinten Nationen regelmäßig auf ungerechte und zynische Weise einseitig angeklagt. "Ich schlage diesem ganzen Marsch der Heuchler in Israel und im Ausland vor, den Tod von einer halben Million Menschen in Syrien zu untersuchen, Hundertttausende Tote im Jemen, in Libyen, im Sudan", sagte Lieberman.

40.000 Palästinenser fordern Rückkehr in alte Heimat

An den Protesten am Freitag hätten rund 40.000 Palästinenser teilgenommen, nach seinen Informationen seien rund 90 Prozent davon Aktivisten oder Angestellte der im Gazastreifen herrschenden Hamas sowie ihre Angehörigen gewesen, sagte Lieberman. Am Sonntag versammelten sich Hunderte Palästinenser in der Nähe der Grenze zu Israel - deutlich weniger als die Zehntausenden am Freitag. Nächsten Freitag dürften es wieder mehr werden, wenn Schulen und Geschäfte geschlossen bleiben. Die Palästinenser fordern ein Recht auf Rückkehr in Gebiete, die heute zu Israel gehören. Israel lehnt dies ab. Die Protestaktionen sollen noch wochenlang andauern.

"Wir werden nicht in den Gazastreifen zurückkehren, sie müssen ihr eigenes Schicksal in die Hände nehmen", sagte Lieberman gleichzeitig. Wenn die Hamas das Ziel einer Zerstörung Israels aufgebe, könne man über einen Wiederaufbau des Palästinensergebiets sprechen.

Gaza-Blockade auch von Ägypten mitgetragen

Israel hatte den Gazastreifen 2005 geräumt, 2007 riss die Hamas gewaltsam die alleinige Macht an sich. Seit mehr als einem Jahrzehnt herrscht eine israelische Blockade über das Gebiet, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird.

Papst Franziskus rief in seiner Osterbotschaft zu Frieden in der Welt auf. Dabei erwähnte er auch die jüngsten Spannungen im Gazastreifen. In dem Konflikt werde die Zivilbevölkerung nicht verschont, kritisierte er.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.