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Bahn muss umdisponieren - Lieferstopp für ICE4

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Für den Fernverkehr der Deutschen Bahn soll der neue ICE4 das "Rückgrat" werden. Doch nun wurden Stahlträger fehlerhaft verschweißt - und eine Lösung ist nicht in Sicht.

ICE der vierten Generation
Im Juni 2016 rollte der erste Zug der neuen ICE-Generation - der ICE4 - in Berlin über die Schiene. Jetzt gibt es aufgrund von Baumängel vorerst einen Lieferstopp.
Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn spürt seit dem Wochenende den Lieferstopp für den neuen ICE4. Eigentlich waren ab dem kleinen Fahrplanwechsel am Sonntag zusätzliche ICE-4-Leistungen vorgesehen, wie eine Bahnsprecherin sagte. Diese würden nun durch andere Fahrzeuge ersetzt. Konkretere Angaben machte sie nicht.

Damit müssen Fahrgäste länger auf neue Züge des Flaggschiffs im Fernverkehr warten, das mehr Sitzplätze und mehr Komfort verspricht. Die Sprecherin versicherte jedoch: "Aktuell gibt es deswegen keine Beeinträchtigungen für Kunden der DB."

Bisher ausgelieferte Züge vom Typ ICE4 fahren weiter

Vor zwei Monaten hatte die Bahn die Auslieferung der neuen Züge gestoppt. An den Wagen waren fehlerhafte Schweißnähte entdeckt worden. Die bis dahin ausgelieferten 25 Züge fahren aber weiter.

Nach Auskunft der Bahn, der Hersteller und von Gutachtern gebe es kein Sicherheitsrisiko, antwortete der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, auf eine Anfrage der FDP-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die Fahrzeuge können weiter betrieben werden", betonte der Staatssekretär.

Fehlerhafte Schweißnähte finden sich demnach im Mittelteil eines Untergestells der Wagen. Betroffen seien Schweißverbindungen an Stahlträgern - sogenannte Lang- und Mittenträger sowie Hauptquerträger am Wagenende.

Bisher keine Lösung für das Problem

Eine Lösung für das Problem gibt es offenkundig noch nicht. "Wir haben die Hersteller aufgefordert, uns schnellstmöglich ein mit dem Eisenbahnbundesamt abgestimmtes Ausbesserungskonzept für die betroffenen Wagen vorzulegen", hieß es bei der Bahn. Eine Siemens-Sprecherin sagte, man stehe im Austausch mit der Behörde. Die Wagenkastenrohbauten bekommt Siemens von Bombardier Transportation.

Ein neuer ICE-4-Zug der Deutschen Bahn.
Großraumwagen des neuen ICE-4-Zug der Deutschen Bahn - bislang wurden 25 Züge ausgeliefert - sie bleiben in Betrieb.
Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Die Bahn hält am ICE4 fest. Alternativen würden nicht geprüft, erklärte Ferlemann. Der FDP-Abgeordnete Christian Jung forderte dagegen eine Neuausschreibung. Statt des fehlerhaften ICE4 sollte eine Doppelstock-Variante bestellt werden. Um wie geplant bis 2030 die Fahrgastzahl zu verdoppeln, sei ein jährliches Plus von sechs Prozent nötig. "Das ist mit einstöckigen Zügen im Fernverkehr nicht mehr zu schaffen." Aus Jungs Sicht sind auch Sicherheitsbedenken beim ICE4 nicht ausgeräumt. "Die Bundesregierung sollte deshalb eine weitere Untersuchung anordnen."

Wartung der neuen Züge bedeutet höhere Kosten

Der Gesamtauftrag für den ICE4 umfasst sechs Milliarden Euro. Der neue Zug soll helfen, Verspätungen und Ausfälle zu verringern. Die ersten ICE4 sind seit Ende 2017 auf den Gleisen. Vereinbart ist, dass bis zum Jahr 2023 insgesamt 119 Züge geliefert werden.

Muss die Bahn auf die neuen Züge warten, geht das auch ins Geld. Denn um einen alten ICE einen Kilometer fahren zu lassen, gibt die Bahn 30 Euro aus, etwa für Strom, Trassengebühren und Abschreibungen. Beim ICE4 kalkulieren die Manager mit nur 25 Euro, weil der beispielsweise weniger Strom verbraucht.

Trotz Zugausfällen und Verspätungen haben 2018 so viele Reisende wie noch nie die Deutsche Bahn genutzt. Doch der Gewinn ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

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