Sie sind hier:

Digitale Kunstfigur - Der Instagram-Star, den es nicht gibt

Datum:

Mit perfekt gestylten Modefotos wurde Miquela Sousa zum Werbeträger und Star - ein Star allerdings, der am Computer erschaffen wurde. Ihre Follower stört das nicht.

Ein Computer-Figur vom Terres des Hommes Netherlands (undatierte Aufnahme)
Mit dem Computer lassen sich realistisch aussehende Gesichter erschaffen, einige werden sogar zu Stars. Quelle: Terres Des Hommes / Handout

Miquela Sousa lebt in Los Angeles. Sie ist 19 Jahre alt und hat brasilianisch-spanische Wurzeln. Seit zwei Jahren ist sie unter dem Namen Lil Miquela beim Fotonetzwerk Instagram aktiv. Hunderte Fotos hat sie dort schon unter die Leute gebracht - mit großem Erfolg. Über 600.000 Follower hat die junge Frau mittlerweile hinter sich versammelt, und Tag für Tag werden es mehr.

Miquela am Strand, auf einer Bank im Park, in einem japanischen Garten: Die Instagram-Fotos zeigen eine perfekt gestylte, sommersprossige 19-Jährige in trendigen Klamotten angesagter Markenfirmen. Doch Miquela ist kein Mensch aus Fleisch und Blut. Miquela ist eine Kunstfigur, ein virtueller Star, ganz oder teilweise am Computer entstanden.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Experten vermuten, dass eine echte Person für die Fotos posiert und die Aufnahmen später am Computer bearbeitet werden, bis ein typisches Miquela-Foto entstanden ist. Aber wer steckt hinter dieser Kunstfigur? Ein Mann, eine Frau, eine clevere Werbeagentur? Miquelas Schöpfer hüllt sich in Schweigen - aus gutem Grund. Spekulationen machen die Figur noch interessanter und lassen Fanzahlen, Kommentare und Likes weiter in die Höhe schießen.

Werbebranche hat Blut geleckt

Zuweilen meldet sich die Person hinter Miquela auch selbst zu Wort. Sie möchte als Künstlerin wahrgenommen werden, erklärte sie in einem kürzlich per Chat geführten Gespräch mit dem US-Modemagazin "Business of Fashion". Gleichzeitig gab Miquela die Zusammenarbeit mit etlichen Modefirmen bekannt, um mit ihrem Account als Influencerin Geld zu verdienen. Denn hohe Follower-Zahlen, dazu die vielen Likes und Kommentare machen Miquela auch für die Werbewirtschaft interessant.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die Stars bei Instagram, YouTube und Co. sind heute wie Popstars. Sie lassen ihre Fans an ihrem Leben teilhaben, nehmen sie per Foto oder Video auf Reisen, Events und Partys mit, geben ihnen Mode-, Beauty- oder Fitnesstipps und empfehlen ihnen die Produkte und Marken, die sie vorgeblich auch selbst benutzen. Die Werbebranche spricht von Influencern. Sie werden dafür bezahlt, dass sie in ihren Fotos und Videos Produkte werbewirksam platzieren.

"Influencer sind besonders glaubwürdig"

Dass Influencer-Werbung tatsächlich funktioniert, will eine Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) vom November 2017 herausgefunden haben. Danach hat jeder sechste Internetnutzer zwischen 14 und 29 Jahren bereits Produkte gekauft, die er zuvor bei einem Influencer sah. Besonders in den Bereichen Ernährung, Mode, Beauty und Gaming wirkt sich die Werbung verkaufsfördernd aus. Für 14- bis 29-Jährige gelten Influencer nach Freunden und Kundenbewertungen als glaubwürdige Quellen für Produktempfehlungen.

Zurück zu Lil Miquela. Kann ein Star, der aus dem Computer kommt, tatsächlich so glaubwürdig sein wie ein Influencer aus Fleisch und Blut? "Hinter jeder Kunstfigur steckt ein Mensch, der über Stil und Meinung dieser Figur entscheidet", sagt Ramona Meier von InCircles, einer zu Gruner + Jahr gehörenden Vermarktungsplattform für Influencer-Werbung. Ein virtueller Influencer werde es zwar schwerer haben, authentische Meinungen und echte Empfehlungen abzugeben. "Jedoch kann auch eine Kunstfigur durchaus Idol und insbesondere Stilvorbild sein", so die Expertin zu heute.de.

"Die coolen Sneakers sind kein Fake"

Viele Miquela-Fans sehen das offenbar ähnlich. Zwar gibt es immer wieder Kommentare, die Lil Miquela als Fake outen wollen. Doch den meisten Followern ist das offenbar egal. Miquela sei zwar keine reale Person, hieß es kürzlich in einem Kommentar zu einem ihrer Modefotos. "Aber schaut euch ihre coolen Sneakers an, die sind kein Fake."

Miquela ist nicht die einzige virtuelle Figur, die bei Instagram zu finden ist. Auch ein männliches Modell mit dem Account-Namen Blawko22 ist in dem Fotonetzwerk aktiv - zurzeit noch mit eher bescheidenem Erfolg. Nur knapp 4.500 Follower hat Blawko22 bis dato hinter sich versammelt. Aber der Account ist noch neu. Die Zahl der Postings hält sich noch in Grenzen.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Miquela startet Gesangskarriere

Derweil versucht sich Miquela auch als Popsängerin. Längst gibt es zwei Songs, die unter ihrem Namen bei Spotify und iTunes veröffentlicht wurden. "Not mine", einer der beiden Songs, wurde bei Spotify bereits über 1,3 Millionen Mal gehört. Hier dürften also schon Tantiemen fließen. Wer auf diesen Aufnahmen wirklich singt, ist allerdings nicht bekannt.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.