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Linken-Chefin bei maybrit illner - "Marodierende" Polizisten: Kipping entschuldigt sich

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Hundertschaften, die im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg "durch die Straßen der Hansestadt marodieren": Mit diesem Satz hatte Linken-Chefin Katja Kipping für Aufregung gesorgt. Nun entschuldigte sie sich bei maybrit illner für den Ausdruck.

Im ZDF sagte Kipping, der Ausdruck "marodieren" sei "analytisch falsch". Sie bedauere es sehr und wolle es "korrigieren und zurücknehmen". Kipping hatte am 5. Juli bei Facebook geschrieben: "Die Polizeiführung lässt ihre Hundertschaften mit schwerem Gerät durch die Straßen der Hansestadt marodieren und schikaniert Menschen, die es wagen, Bier zu trinken oder im Zelt zu schlafen."

Kipping: Sachliche Aufarbeitung wichtig

Bei "maybrit illner" betonte Kipping nun, was während des G20-Gipfels „bei den Krawallen, bei den Protesten, bei dem Polizeieinsatz“ passiert sei, müsse sachlich aufgearbeitet werden. Ihre Kritik an der Einsatzleitung sei "in keiner Weise eine Rechtfertigung für Krawalle und Straftaten", stellte sie klar. Dafür gebe es auch keine Rechtfertigung. "Mit Eskalation meine ich auch nicht einzelnen Polizisten, die da unter schweren Bedingungen im Einsatz waren." Die politisch Verantwortlichen müssten sich einer Kritik an ihrer Einsatzstrategie allerdings stellen.

Bei Facebook hatte Kipping die politisch Verantwortlichen scharf kritisiert, unter anderem in ihrem Post vom 5. Juli. Olaf Scholz verhalte sich eher wie ein "Feldherr statt wie der Bürgermeister einer weltoffenen Großstadt", schrieb Kipping da. "Mit Unterstützung von SPD-Innensenator Andy Grote und Polizei-Einsatzleiter Hartmut Dudde verwandelt er Hamburg in eine Stadt im Ausnahmezustand, es regieren Schlagstock, Pfefferspray und Wasserwerfer, um fragwürdige und mit den Grundrechten unvereinbare Versammlungs- und Schlafverbote durchzusetzen", so Kipping.

Einsatzstrategie ein "Desaster"

Für ihre Äußerungen hatte Kipping Kritik geerntet - nicht zuletzt in den Sozialen Medien. "Es ist eine Sache kein Fan von G20 und anderen Dingen zu sein, eine andere etwas derartig Sinnfreies von sich zu geben", kommentierte ein Facebook-Nutzer - und bekam dafür mehr "Gefällt mir"-Angaben als Kipping für ihren Post.

Auch nach dem G20-Gipfel hatte Kipping die Einsatzstrategie der Polizei als "Desaster" bezeichnet.

Die Spitzenkandidaten der Linken hatten Kippings Polizeischelte anschließend wieder eingefangen: Dietmar Bartsch nannte die Gewalttäter "Idioten", Sahra Wagenknecht "Kriminelle". Trotzdem üben die Linken deutlicher als andere Parteien Kritik an der Polizei - deren Führung habe auf eine Eskalationsstrategie gesetzt, sagte Parteichef Bernd Riexinger.

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