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Chester Bennington - Linkin-Park-Sänger ist tot

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Der Linkin-Park-Sänger Chester Bennington ist tot. Der Musiker hat sich offenbar im Alter von 41 Jahren das Leben genommen. Bennington sei in seinem Haus bei Los Angeles gefunden worden, sagte die Gerichtsmedizin der US-Metropole. Band-Kollege Mike Shinoda schrieb, er sei "schockiert und untröstlich". 

Ein Sprecher der Gerichtsmedizin erklärte, Benningtons Tod werde als mutmaßlicher Suizid behandelt. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. "Schockiert und untröstlich, aber es ist wahr", twitterte Benningtons Band-Kollege Mike Shinoda. "Eine offizielle Stellungnahme folgt, sobald wir eine haben." Fans reagierten im Netz mit Trauer und Fassungslosigkeit.

Bennington starb an dem Tag, an dem sein guter Freund Chris Cornell seinen 53. Geburtstag gefeiert hätte. Der Soundgarden-Sänger hatte sich im Mai erhängt. Auf dessen Trauerfeier hatte Bennington "Hallelujah" von Leonard Cohen gesungen. Linkin Park waren aktuell auf Tour und hätten kommende Woche mit Blink 182 in New York auftreten sollen.

Prägender Künstler des neuen Jahrtausends

Als Sänger von Linkin Park gehörte Bennington zu den einflussreichsten Musikern der 00er Jahre. Immer wieder experimentierte seine Band, verknüpfte und spielte mit Elementen aus Metal, Hip Hop und Electronica. Allein ihr Debütalbum "Hybrid Theory" aus dem Jahr 2000 verkaufte sich zehn Millionen Mal. Auch die Platte "Meteora" aus dem Jahr 2003 gehört zu den erfolgreichsten Alternative-Alben der Geschichte. In beiden ging es um Gefühle wie Frustration und Wut. In Deutschland schaffte es die Band mehrfach in die Top Ten, unter anderem mit dem Stück "Numb/Encore", das Linkin Park gemeinsam mit dem US-Rapper Jay-Z aufnahm.

In ihrem jüngsten Album "One More Light" öffnete sich Linkin Park stark Einflüssen des Pop. Bei Kritikern und Fans stieß es auf geteilte Reaktionen. Wegen des für die Band typischen Sounds sei es praktisch unmöglich, alle Fans zufriedenzustellen, sagte Bennington einmal in einem Interview. "Wir machen Musik für uns, die wir mögen. Wir machen nicht Musik für andere Leute", sagte Bennington 2010. "Wir denken nicht, 'Lass uns ein Kuchen-Diagramm von all unseren Fans machen und herausfinden, wie viele Leute in welche Kategorie passen und dann das perfekte Album für sie machen.' Das wäre absolut lächerlich."

Bei "One More Light" hatte die Band die Aufnahmen für ein Album erstmals nicht mit musikalischen Proben begonnen, sondern mit Gesprächen. "Worüber mache ich mir Gedanken? Was ist für mich gerade am wichtigsten", seien Fragen dieser Gespräche gewesen, aus denen sich die Ideen für neue Lieder ergeben hätten: Depression, Tod, aber auch das manchmal banale Leben mit Kindern, sagte Bennington im Mai.

Kampf gegen Alkohol und Drogen

Bennington kämpfte wiederholt gegen eine Drogen- und Alkoholsucht. Vor allem nach dem Erfolg des Debütalbums "Hybrid Theory" hatte er Probleme, gegen seine inneren Dämonen anzukämpfen. 2011 gab er allerdings in einem Interview an, seit sechs Jahren nüchtern zu sein. Er war verheiratet und hinterlässt sechs Kinder.

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