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Behördenbericht - Lion-Air-Unglück: Kampf gegen den Sinkflug

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Die Piloten kämpften von Anfang an gegen den Absturz: Die Behörden gehen davon aus, dass technische Probleme das Lion-Air-Unglück verursacht haben.

Bergung der Wrackteile des Lion Airs-Flugzeugs, aufgenommen am 04.11.2018 in Jakarta (Indonesien)
Was waren die Ursachen für den Absturz? Wrackteile des Lion Airs-Flugzeugs
Quelle: AP

Der Absturz einer indonesischen Passagiermaschine mit 189 Todesopfern im vergangenen Monat hätte vermutlich verhindert werden können. So sei die Boeing 737 des Billigfliegers bereits am Tag vor dem Unglück "nicht flugtüchtig" gewesen - zu diesem Ergebnis kommt die indonesische Flugaufsichtsbehörde KNKT in einem Bericht. Vermutet wird, dass ein Software-Fehler daran schuld war.

Demnach haben die Piloten der fast nagelneuen Boeing 737 Max praktisch von Beginn an gegen einen Absturz gekämpft, berichtete Chefermittler Nurcahyo Utomo. Mehr als zwei Dutzend Mal sollen sie versucht haben, die Maschine des Billigfliegers Lion Air aus einem Sinkflug nach oben zu ziehen - letztlich aber ohne Erfolg. Die Boeing zerschellte dann mit hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser. Dazu gab es von den Ermittlern zunächst keinen Kommentar. Die Maschine war am 29. Oktober nur elf Minuten nach dem Start in Indonesiens Hauptstadt Jakarta ins Meer gestürzt. Von den 189 Insassen überlebte niemand. Der Bordcomputer habe die Nase des Flugzeugs automatisch immer wieder nach unten gedrückt, so Utomo. "Das passierte während des gesamten Flugs, bis die Aufzeichnungen des Datenschreibers enden."

Neu eingeführte Software hat vermutlich Absturz verursacht

Schon länger wird darüber spekuliert, dass eine neu eingeführte Software den Absturz verursacht haben könnte. Sie verstellt das Höhenruder der Maschine automatisch. Die Piloten können dies mittels zweier Schalter im Cockpit wieder abstellen, was aber offensichtlich nicht geschah. Bereits bei einem Flug von Bali nach Jakarta am Tag vor dem Absturz hatte der Bordrechner widersprüchliche Angaben zu Flughöhe und -geschwindigkeit gemacht.

Lion Air hatte erklärt, dass die Probleme vor dem Start am nächsten Morgen behoben worden seien. Die Billig-Fluglinie hatte darauf verzichtet, die Maschine sicherheitshalber am Boden zu lassen. Der Datenschreiber der Boeing wurde inzwischen gefunden. Nach dem Stimmen-Rekorder, der die Gespräche und Geräusche im Cockpit aufzeichnet, wird noch gesucht.

Karte von Indonesien mit Jakarta und Pangkal Pinang
Geplante Route der Unglücksmaschine
Quelle: ZDF
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