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30 Jahre Montagsdemos - Leipzig feiert 30 Jahre friedliche Revolution

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Leipzig feiert 30 Jahre friedliche Revolution mit einem Festakt: Im Gewandhaus, einem Friedensgebet und einem Lichtfest. Sehen Sie jetzt die Feierlichkeiten live.

Der 9. Oktober 1989 gehört zu den entscheidenden Tagen der Friedlichen Revolution in der DDR. Die Stadt Leipzig erinnert daran mit einem großen Festakt - das ZDF überträgt live.

Beitragslänge:
153 min
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den 9. Oktober 1989 als "großen Tag für die deutsche Geschichte" gewürdigt. Bei einem Festakt im Leipziger Gewandhaus dankte er am Mittwoch den zehntausenden Menschen, die "vor 30 Jahren hier in Leipzig mutig Geschichte geschrieben haben", als sie für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen.

Steinmeier sieht Risse in der Gesellschaft

An jenem Tag demonstrierten rund 70.000 Menschen auf dem Innenstadtring, ohne dass die Polizei eingriff. Es gilt als Beginn der friedlichen Revolution, die zum Fall der Mauer am 9. November und der deutschen Wiedervereinigung führte. Zugleich betonte Steinmeier: "Die Einheit ist nicht abgeschlossen, sie ist Auftrag, und es bleibt viel zu tun." 30 Jahre nach dem historischen Datum sehe er ein starkes, aber auch "verunsichertes Land" vor sich: "Ich sehe ein Land, in dem sich Risse auftun. Risse, die sich in Wahlergebnissen widerspiegeln, aber mehr noch in der Art und Weise, wie wir übereinander und über dieses Land sprechen."

Er sehe ein Land, "das um seinen Zusammenhalt ringt". Der Bundespräsident rief dazu auf: "Lasst uns einen neuen Solidarpakt der Wertschätzung schließen." Er führte aus: "Dieser Solidarpakt ist ein Angebot, denn er sagt: In diesem Land ist Platz für viele und Anerkennung keine knappe Ressource. Dieser Solidarpakt ist eine Zumutung, denn Anerkennung heißt: Anderssein ertragen und Andersdenken ertragen. Wer andere abschreibt, ausgrenzt oder aufgibt, der hat auch die Demokratie schon abgeschrieben."

Steinmeier: Ostdeutsche lange nicht ausreichend gewürdigt

Steinmeier betonte, es schmerze ihn, wenn manche sagten, die Ostdeutschen oder bestimmte Gruppen seien Bürger zweiter Klasse: "Wenn einzelne das so empfinden, dürfen wir uns niemals damit abfinden. Und ich sage klipp und klar: Es gibt in unserem Land keine Bürger erster oder zweiter Klasse." Der Bundespräsident erklärte, die deutsche Einheit sei ein "gewaltiges Werk" gewesen, das von den Menschen viel abverlangt habe, vor allem im Osten.

"Diese Leistung ist, auch das gehört zur Erinnerung dazu, lange Zeit nicht ausreichend gewürdigt worden." Er betonte: "Wir brauchen die Erfahrungen des Ostens mit Umbruch und Veränderung. Wir können Kraft schöpfen aus der Erinnerung, wie diese Menschen gemeinsam aufgestanden sind für ein besseres Leben, ein besseres Land."

Friedensgebet in Nikolaikirche

Weiterer Ausdruck der Erinnerung wird ein großes Friedensgebet in der Nikolaikirche sein, bevor dann beim Lichtfest die ganze Stadt feiert. Dabei sollen Bürgerinnen und Bürger friedlich durch die Straßen ziehen. In der Nikolaikirche hatte sich 1989 Hunderte Menschen versammelt und damit den Beginn der friedlichen Proteste markiert.

Das ZDF überträgt live den Festakt aus dem Gewandhaus. Als Gesprächspartner im Vor- und Nachlauf werden die Schauspielerin Claudia Wenzel, der Historiker Rainer Eckert und die Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns zu Gast sein.

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