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Kampf gegen Taliban - Lob und Kritik für Trumps Afghanistanpläne

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Die NATO begrüßt die Ankündigung von US-Präsident Trump, wieder mehr Soldaten der USA nach Afghanistan zu schicken. Auch die afghanische Regierung äußert sich positiv. Aber es gibt nicht nur Lob für Trumps Vorstoß.

Nachdem der US-Präsident immer wieder den Einsatz der amerikanischen Truppen in Afghanistan kritisierte, kündigte er jetzt an, keine Soldaten abzuziehen und den Terror noch stärker zu bekämpfen. Ines Trams mit einer Einschätzung zu Trumps Kehrtwende.

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NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte das Bekenntnis von US-Präsident Donald Trump zum Kampf gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan. Das Bündnis stehe weiter uneingeschränkt zu dem Land, kommentierte Stoltenberg am Dienstag. "Die NATO bleibt Afghanistan voll verpflichtet, und ich freue mich darauf, mit Verteidigungsminister Mattis, unseren Alliierten und internationalen Partnern die nächsten Schritte zu diskutieren", so der  NATO-Generalsekretär weiter. Es bleibe das Ziel der  NATO, dass Afghanistan nie wieder ein sicherer Rückzugsort für Terroristen werde, die Alliierte oder deren Partner angreifen wollten.

15 Länder wollen aufstocken

Stoltenberg erinnerte zugleich daran, dass der Afghanistaneinsatz der NATO gestartet worden war, um die USA nach den Anschlägen im September 2001 im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen. Zudem wies er darauf hin, dass sich in den vergangenen Wochen bereits mehr als 15 Länder dazu bereit erklärt hätten, die Zahl ihrer Truppen für den Afghanistan-Einsatz der NATO noch einmal aufzustocken.

Nach Angaben der NATO sind derzeit etwa 12.400 Soldaten im Einsatz, um afghanische Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten. Angesichts der angespannten Sicherheitslage sollen es im kommenden Jahr eigentlich rund 15.800 werden.

Afghanische Regierung zufrieden

Die afghanische Regierung lobte den Ansatz Trumps, mehr auf die Gegebenheiten im Land als auf Zeitvorgaben zu achten. Die Afghanen hätten in der Rede genau die Dinge gehört, die sie hören müssten, sagte der afghanische Botschafter in den USA, Hamdullah Mohib. Er lobte zudem Trumps Kritik an Pakistan.

Trump hatte in seiner Rede kritisiert, dass Pakistan zu wenig gegen Terroristen vorgehe. Die USA könnten dem nicht länger ruhig zusehen. Pakistan gebe "Agenten von Chaos, Gewalt und Terror" einen Zufluchtsort, sagte Trump. Für den Krieg in Afghanistan sei es auch wichtig, die US-Strategie gegenüber Pakistan zu ändern.

China nimmt Pakistan in Schutz

Pakistan kämpfe an vorderster Front gegen den Terrorismus und habe dabei große Opfer und Beiträge geleistet, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Dienstag vor Journalisten in Peking. Die internationale Gemeinschaft solle dies anerkennen. China würde es begrüßen, wenn Pakistan und die USA ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auf der Grundlage gegenseitigen Respekts führten und zusammenarbeiten würden, um Sicherheit und Stabilität in der Region und der ganzen Welt zu fördern.

Ein Sprecher der Taliban sagte der Nachrichtenagentur AP, Trumps Äußerungen seien alt und unklar. Die Taliban würden mit einem genaueren Plan antworten, sagte Sabiullah Mudschahid. In der vergangenen Woche hatten die Taliban einen Brief an Trump veröffentlicht, in dem sie die USA vor einer Aufstockung der Truppen warnten.

Grüne nennen Strategie "brandgefährlich"

Die Grünen befürchten, dass die USA unter Präsident Donald Trump zu einer weiteren Eskalation in Afghanistan beitragen werden. "Trumps Rede ist fatal für die Lage in Afghanistan", sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Wenn Trump "Angriff" sage, sei eine brachiale "Hau-drauf-Strategie" zu erwarten, etwa mit einem erneuten Einsatz der "Mutter aller Bomben".

Die USA hatten im vergangenen April eine mutmaßliche Kommandozentrale der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit einer Riesenbombe vom Typ GBU-43 angegriffen. In den vergangenen Jahren seien die zahlreichen zivilen Opfer in Afghanistan "eines der Haupthindernisse für die Schaffung von Vertrauen in die Staatlichkeit und für Sicherheit" gewesen, sagte Nouripour.

Trump: Truppen verstärken aber Land nicht nach US-Vorbild verändern

Der US-Präsident hatte am Montag angekündigt, die USA wollten ihren Kampf gegen Terroristen in Afghanistan verschärfen und eine Übernahme des Landes durch die radikalislamischen Taliban aktiv verhindern. Sie wollten sich aber nicht mehr daran beteiligen, ein anderes Land nach ihrem Modell zu verändern. Konkrete Angaben über eine Aufstockung der aktuell rund 8.400 US-Soldaten am Hindukusch machte Trump nicht.

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