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Brexit-Verhandlungen - "Kann May überhaupt einen Deal aushandeln?"

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Vetorecht fürs Parlament: Egal, welchen Brexit-Deal Premierministerin May in Brüssel aushandelt, London kann es stoppen. Das macht alles schwieriger, so ZDF-Korrespondent Stamm.

Die Abstimmungsniederlage von May bedeute noch mehr Unsicherheit darüber, ob und wann es zu einem Brexit-Deal kommen kann. ZDF-Korrespondent Andreas Stamm gibt eine Einschätzung ab.

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Die britische Premierministerin Theresa May reist heute mit einer schweren Niederlage im Gepäck zum EU-Gipfel in Brüssel. Bei einer Abstimmung am Mittwochabend im britischen Parlament sicherten sich die Abgeordneten gegen den Willen der Regierung das Recht, über ein Brexit-Abkommen abstimmen zu dürfen. Mehrere Rebellen aus der Regierungsfraktion hatten sich dafür mit der Opposition verbündet. Nach der Erleichterung der vergangenen Woche über den Durchbruch bei den Brexit-Gesprächen ist das ein erheblicher Dämpfer für May.

Niederlage - "ein demütigender Autoritätsverlust für die Regierung"

Das macht die Verhandlungen nicht einfacher, sagt ZDF-Korrespondent Andreas Stamm: "Die Niederlage für May bringt noch mehr zeitliche und inhaltliche Unsicherheiten." Zwei Dinge seien nun klar geworden: May hat zwar eine hauchdünne Mehrheit, aber diese steht nicht felsenfest hinter ihr, wie das Votum zeigte. Das wirft die Frage auf, so Stamm: "Kann sie überhaupt einen Deal verhandeln, der dann am Ende auch in London durchkommt? Jetzt steht sie vor einem Scherbenhaufen, wie verlässlich ist ihre Regierung noch und wie lange ist May noch der Kopf der Regierung."

In einer Stellungnahme teilte die Regierung mit, sie sei enttäuscht. "Die Niederlage ist ein demütigender Autoritätsverlust für die Regierung am Vorabend des EU-Gipfels", twitterte Oppositionsführer Jeremy Corbyn. Der geänderte Text des Gesetzentwurfs zwingt die Regierung, das Abkommen über den EU-Austritt mit Brüssel durch ein Gesetzgebungsverfahren im Parlament absegnen zu lassen.

Die Parlamentarier wollen sich damit mehr Einfluss auf die Brexit-Verhandlungen in Brüssel sichern. Sollte es dabei bleiben, käme die britische Regierungschefin weiter unter Druck. Sie regiert mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur sieben Mandaten. Jetzt muss sie möglicherweise Zugeständnisse an EU-freundliche Abgeordnete in der Regierungsfraktion machen, um das Ja des Parlaments zum Abkommen mit Brüssel zu erhalten. Das könnte bedeuten, dass sie weiter von ihrer harten Brexit-Linie abrücken muss.

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Trotzdem gab sich die Regierung nach der Abstimmung kämpferisch. "Wir werden nun herausfinden, welche weiteren Änderungen an dem Gesetz notwendig sind, um sicherzustellen, dass es seinen wichtigen Zweck erfüllt." Noch gibt es die Möglichkeit, den Gesetzentwurf weiter zu verändern.

Brexit-Hardliner: Tory-Rebellen wollen Austritt ganz verhindern

Brexit-Hardliner warfen den EU-freundlichen Tory-Rebellen unter Führung des Ex-Generalstaatsanwalts und konservativen Abgeordneten Dominic Grieve vor, das ganze EU-Austrittsgesetz behindern zu wollen. Bis zuletzt hatte die Regierung versucht, die Rebellen auf Linie zu bringen. Doch auf einen Kompromissvorschlag in letzter Minute sagte ein verbittert wirkender Grieve: "Es ist zu spät."

Mit dem EU-Austrittsgesetz soll die Geltung von EU-Recht in Großbritannien beendet werden. Gleichzeitig sollen alle EU-Vorschriften in nationales Recht übertragen werden, damit beim Austritt kein Chaos entsteht. May muss mit weiteren Niederlagen in den kommenden Wochen rechnen. Zu dem Gesetz waren Hunderte Änderungsanträge eingebracht worden.

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