Sie sind hier:

Mails an Firmen - Harter Brexit: London verstärkt Vorbereitungen

Datum:

Die britische Regierung bereitet sich verstärkt auf einen harten Brexit vor - das habe nun "Priorität". Und auch die Firmen sollen Vorkehrungen treffen.

Das Gerangel um den Brexit will auch gut drei Monate vor dem geplanten EU-Austritt der Briten kein Ende nehmen. Für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Ärmelkanals ist das ein Albtraum.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die britische Regierung will sich gegen einen EU-Austritt ohne Abkommen wappnen. Angestrebt werde zwar weiterhin, einen Brexit-Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, sagte der zuständige Minister Steve Barclay nach einer Sitzung des Kabinetts in London. Eine "verantwortungsvolle Regierung" müsse sich aber auf die Möglichkeit vorbereiten, "dass wir ohne ein Abkommen austreten". Deswegen habe das Kabinett beschlossen, dass "No-Deal-Vorbereitungen auf operativer Ebene in der Regierung Priorität haben werden", so der Brexit-Minister.

Gleichzeitig ruft die Regierung Unternehmen auf, ebenfalls Vorkehrungen zu treffen. In den kommenden Tagen würden an 80.000 Firmen, die ein ungeordneter Brexit am härtesten treffen könnte, E-Mails verschickt. Außerdem würden verstärkt Informationen an in Großbritannien lebende EU-Bürger herausgegeben. Britische Medien werteten den Schritt als Warnung an die Abgeordneten im Unterhaus und an die EU, dass es London ernst meint und bereit ist, notfalls ohne Abkommen aus der Staatengemeinschaft auszutreten.

Auch Armee trifft Vorbereitungen

Knapp 100 Tage vor dem EU-Austritt des Landes am 29. März ist noch immer fraglich, wie Premierministerin Theresa May das mit Brüssel ausgehandelte Abkommen durchs Parlament bringen will. Bei einem Auftritt am Montag im Unterhaus kündigte sie an, dass die verschobene Abstimmung über ihren Brexit-Deal in der dritten Januarwoche stattfinden soll. Das stieß teilweise auf heftige Kritik bei den Abgeordneten.

Auch die britische Armee bereitet sich mit Tausenden Soldaten auf einen möglichen chaotischen EU-Austritts vor. Rund 3.500 Soldaten würden bereitgehalten, um auf "alle Eventualitäten" vorbereitet zu sein, sagte Verteidigungsminister Gavin Williamson. Ihre Aufgabe sei es, "im Notfall die Regierungsinstitutionen zu unterstützen". Das Bereitschafts-Kontingent setze sich aus regulären Soldaten und Reservisten zusammen. Der Minister führte nicht aus, welche Not- oder sonstige Fälle er bei einem harten Brexit befürchtet. Die "Sunday Times" hatte kürzlich aus einem internen Behördenpapier zitiert, wonach sich die britische Polizei für den Fall eines harten Brexit auf "Unruhen bis hin zu weitreichendem Aufruhr" vorbereite.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.