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Tombola "El Gordo" - In Spanien kommt's wieder dicke

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Wenn in Spanien am 22. Dezember eine ganze Kneipe jubelt, dann hat der "Dicke" zugeschlagen: Die Mega-Tombola "El Gordo" bringt manchen eine vorweihnachtliche Bescherung.

Die spanische Mega-Lotterie "El Gordo" bringt manchen eine vorweihnachtliche Bescherung. heuteplus hat ein Mädchen getroffen, das vor einem Millionenpublikum die Gewinnzahlen singt.

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In der Bar Cascudo in der kleinen Gemeinde Vilalba im Nordwesten Spaniens ist der Teufel los: "Heute wird hier durchgefeiert", schreien gestandene Landwirte und Lkw-Fahrer. Sie können teils die Tränen nicht unterdrücken. Die TV-Kameras laufen. Von den knapp 2,4 Milliarden Euro, die die traditionsreiche spanische Weihnachtslotterie dieses Jahr ausschüttet, gewinnen Kunden der Kneipe allein rund 220 Millionen.

"Ich weiß gar nicht, wie viel Geld das ist", sagt Barbesitzerin und Losverkäuferin Pilar. Auch sie habe etwas abbekommen, räumt sie ein. Die Gewinner, die sich mit anderen Glückspilzen in anderen Gegenden den fetten Hauptgewinn der Weihnachts-Megalotterie teilen dürfen, seien alles "arbeitende Menschen", die zum Teil sehr wenig Geld hätten.

Älteste und größte Tombola der Welt

In der gesamten 15.000-Einwohner-Gemeinde der Region Galicien beläuft sich der Gesamtgewinn nach Angaben der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE auf 520 Millionen - so viel wie nirgendwo sonst in Spanien. Der Hauptgewinn, "El Gordo", der Dicke, genannt - entfällt auf die Lose mit der Nummer 71198. Er beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. "El Gordo" wird aber 160 mal ausgezahlt, da jede Losnummer auch 160 mal verkauft wird. Nach Vilalba gingen 130 dieser Serien, erläutert die LAE.

Doch nicht nur in Galicien wird zwei Tage vor Heiligabend vorzeitig Bescherung gefeiert. Die Sektkorken knallen überall in Spanien. "El Gordo" ist die älteste Tombola der Welt. 1812 wurde sie ins Leben gerufen und fiel nicht einmal während des Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 aus. Auch gilt die "Lotería de Navidad" gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme als die größte der Welt. In der Regel kaufen die meisten Spanier keine ganzen Lose, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden, so dass immer Dutzende in den Genuss des Haupt- und anderer Gewinne kommen. Tippgemeinschaften werden von Bürokollegen, Kneipenfreunden, Nachbarn und auch von ganzen Dörfern gebildet.

Ein Millionenpublikum verfolgt die knapp vierstündige Liveübertragung der "Sorteo de Navidad" im Madrider Opernhaus Teatro Real. Die Gewinne werden aus zwei Lostrommeln gezogen: einer großen mit 100.000 Holzkugeln mit Losnummern von 00000 bis 99999 und einer kleineren mit den einzelnen Gewinnklassen. Zahlen und Gewinne werden traditionell von Schulkindern gesungen.

Gewinner in jedem Fall: das Finanzamt

Ein Mann zeigt den Lottoschein mit welchem er gewonnen hat, aufgenommen am 22.12.2017 in Vilalba, Spanien
Großes Los: Lottogewinner in Vilalba
Quelle: epa

Obwohl die Chancen, den "Gordo" zu erwischen, bei eins zu 100.000 liegen, nahmen nach einer Umfrage erneut fast 80 Prozent aller erwachsenen Spanier an der Lotterie teil. Sie gaben diesmal im Schnitt 66 Euro aus. Auch immer mehr deutsche Tipper machen mit, 150.000 sollen es laut Berichten in diesem Jahr gewesen sein. Vier von ihnen hätten das große Los gezogen, teilte das Unternehmen Lottoland mit. Sie hätten jeweils mit einem Zwanzigstel-Los für 19,99 Euro ganze 200.000 Euro gewonnen. Woher die deutschen Gewinner stammen, wurde nicht bekanntgegeben.

Alle hoffen auf den großen Geldsegen. Als größter Gewinner der Weihnachtslotterie steht aber schon vor der Ziehung das Finanzamt fest: Der Staat kassiert nämlich 30 Prozent der Verkaufserlöse. Und für jeden Preis über 2.500 Euro müssen seit 2013 auch knapp 20 Prozent als Steuern abgeführt werden.

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