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Siebter Jahrestag - Hunderte gedenken der Loveparade-Opfer

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Sie wollten nur feiern: 21 Menschen kostete die Duisburger Loveparade-Katastrophe das Leben. Sieben Jahre danach gedenken Familien und Freunde zum ersten Mal öffentlich der Opfer. Im Dezember beginnt der Strafprozess.

21 Glockenschläge – einen für jeden Menschen, der die Loveparade 2010 nicht überlebt hat. Duisburg trauert um die Toten sieben Jahre nach dem Unglück.

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Im Zeichen des bevorstehenden Strafprozesses zum Duisburger Loveparade-Unglück haben am siebten Jahrestag Hunderte Menschen der Opfer gedacht. Sie erinnerten am Montag am Ort der Tragödie, dem Duisburger Karl-Lehr-Tunnel, mit Blumen, Kränzen und Kerzen an die 21 Todesopfer und mehr als 650 Verletzten. Zuvor wurden Angehörige der Toten sowie Überlebende des Unglücks von Mitarbeitern des Duisburger Landgerichts und der Staatsanwaltschaft über den Ablauf des Verfahrens informiert, das am 8. Dezember beginnt.

Mit einem Gottesdienst und einer "Nacht der 1.000 Lichter" hatten am Sonntag bereits Angehörige und Verletzte an die Tragödie erinnert.

"Wichtiger und emotionaler Moment"

"Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergessen", sagte der Kuratoriumssprecher der "Stiftung Duisburg 24.7.2010", Jürgen Thiesbonenkamp, bei der Gedenkveranstaltung am Karl-Lehr-Tunnel, die erstmals öffentlich begangen wurde. "Wir wollen hier versuchen, Verantwortung zu übernehmen." In den Tagen nach dem Unglück sei das Wort Verantwortung selten gewesen, fügte Thiesbonenkamp hinzu und erinnerte damit an die gegenseitigen Schuldzuweisungen von Veranstalter, Stadt und Polizei nach der Massenpanik vom 24. Juli 2010, als bei dem Technofestival im Gedränge 21 Menschen zu Tode kamen.

Manfred Reißaus, der bei dem Unglück seine damals 22-jährige Tochter Svenja verlor, nannte die Gedenkveranstaltung einen "wichtigen und emotionalen Moment". Zu Beginn erklangen erstmals nicht nur 21 Glockenschläge für die Todesopfer, sondern auch ein weiterer Glockenschlag für die verletzten und traumatisierten Opfer des Unglücks.

OB: Verfahren wichtig für alle

Unter den Teilnehmern der Gedenkfeier waren auch der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link und die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (beide SPD). Link erhofft sich vom bevorstehenden Strafverfahren eine Klärung der Schuldfrage, räumt aber ein, dass offen sei, ob dies am Ende möglich sein werde. Das Verfahren sei aber trotzdem "wichtig für die Angehörigen, für viele Betroffene, aber auch für viele Mitarbeiter der Stadt Duisburg", damit sie mit den Geschehnissen von damals abschließen könnten, sagte der Oberbürgermeister im WDR-Radio.

Er warb zudem für das Designer-Outlet-Center, das auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entstehen soll, auf dem 2010 die Loveparade stattfand. Das Vorhaben ist umstritten. Die Loveparade-Gedenkstätte am Unglücksort bleibe auf jeden Fall erhalten, versprach Link.

Vorwurf: Fehler bei Planung und Genehmigung

Staatsanwaltschaft und Landgericht Duisburg erklärten vor der Gedenkveranstaltung den Angehörigen der Opfer aus China, Australien, Italien, den Niederlanden und Spanien, wie der Strafprozess ablaufen wird, der wegen seiner Größe in einem Düsseldorfer Kongresscenter stattfinden wird. Vier Mitarbeitern der Loveparade-Veranstalterfirma Lopavent und sechs Bediensteten der Stadt Duisburg wird vorgeworfen, durch Fehler bei der Planung und Genehmigung der Loveparade zur Entstehung der folgenschweren Massenpanik beigetragen zu haben.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte erst im April - fast sieben Jahre nach dem Unglück - angeordnet, dass das Landgericht Duisburg das Strafverfahren eröffnen muss. Damit die Vorwürfe nicht verjähren, muss nun bis zum Sommer 2020 ein Urteil gefällt werden. Zunächst sind 23 Verhandlungstermine bis zum 15. Februar festgelegt.

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