Sie sind hier:

Mehrere Verletzte in Lübeck - Dramatische Szenen im Bus: "Es war furchtbar"

Datum:

In einem Lübecker Linienbus sticht ein Mann auf Passagiere ein. Beherzte Fahrgäste überwältigen den Täter. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen nicht von einem Anschlag aus.

Der Verdächtige, der in einem Bus in Lübeck Fahrgäste angegriffen haben soll, war bisher noch nicht negativ aufgefallen und war den Behörden bisher unbekannt, so ZDF-Korrespondentin Kristina Hansen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Voll besetzt ist der weiße Linienbus auf dem Weg von Lübeck ins Ostseebad Travemünde unterwegs. Viele Menschen sind am frühen Freitagnachmittag auf dem Weg ins Wochenende. Einige wollen möglicherweise zur Travemünder Woche, die am Abend eröffnet werden soll. Plötzlich spielen sich im dem Bus der Linie 30 auf der Travemünder Landstraße im Stadtteil Kücknitz dramatische Szenen ab.

Mitfahrer überwältigen Täter

Kurz vor der Haltestelle Bahnhof Kücknitz sticht einer der Fahrgäste mit einem Küchenmesser auf andere Fahrgäste ein. Zehn Menschen werden verletzt, drei von ihnen schwer. Um 13:47 Uhr wird die Polizei alarmiert. Der Fahrer reagiert geistesgegenwärtig: Er stoppt den Bus und öffnet die Türen, damit die Menschen fliehen können. Dann können andere Mitfahrer den Angreifer überwältigen.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Beamte nehmen den mutmaßlichen Täter kurze Zeit später fest, sperren die Umgebung der Bushaltestelle weiträumig ab. Der Täter befinde sich in Polizeigewahrsam, sagt Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Festgenommener schweigt

Der Mann schweigt bislang zu den Vorwürfen. Der 34-Jährige wurde in Iran geboren, besitzt aber seit vielen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach derzeitigen Erkenntnissen gebe es "eindeutig keinen terroristischen Hintergrund, weder in seiner Person noch in dem bislang recherchierten Umfeld", sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Freitagabend. Der in Lübeck lebende Mann soll voraussichtlich am Samstagvormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft will einen Haftbefehl wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung gegen ihn erwirken.

Nach Einschätzung von Grote haben eine zufällig in der Nähe gewesene Streifenwagen-Besatzung und vor allem das schnelle Handeln des Busfahrers Schlimmeres verhindert. Der Busfahrer habe "schnell und couragiert gehandelt", sagte Grote. "Dem gebührt ein großer Dank." Der Busfahrer wurde durch einen Faustschlag des Tatverdächtigen verletzt. Laut Grote hatte der Fahrer im Rückspiegel Qualm bemerkt, den Bus gestoppt und alle Türen geöffnet. Anschließend soll der mutmaßliche Täter nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wahllos auf Fahrgäste eingestochen haben. Unklar ist noch, ob er das im Bus oder erst draußen tat. Der Fahrer sei zu dem Tatverdächtigen geeilt und von diesem geschlagen worden, sagte Grote. "Dann hat es ein Handgemenge gegeben."

Rucksack mit Brandbeschleuniger gefunden

Die Hintergründe der Tat und auch ihr genauer Ablauf noch unklar. Der mutmaßliche Täter hatte einen Rucksack dabei, der im Bus angezündet wurde. Darin war Brandbeschleuniger. Hinweise auf einen Sprengsatz gibt es nicht.

Er habe furchtbares Geschrei gehört, sagt Anwohner Lothar Heuer. "Als ob zwei Völker aufeinander losgehen." Dann sei er zum Helfen losgeeilt. Die "Lübecker Nachrichten" zitieren eine Augenzeugin des Geschehens: "Eines der Opfer hatte gerade seinen Platz einer älteren Frau angeboten, da stach der Täter ihn in die Brust. Es war ein Gemetzel." Die Augenzeugin wird nach der Gewalttat von der Polizei betreut. Ein Anwohner schildert das Geschehen so: "Die Passagiere sprangen aus dem Bus und schrien. Es war furchtbar."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.