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Polizei durchsucht Parzelle - Lügde: Neuer Verdächtiger, weitere Ermittlungen

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Im Missbrauchsfall Lügde gibt es einen weiteren Beschuldigten. Der Mann soll mit einem der bereits angeklagten Verdächtigen befreundet sein. Die Polizei durchsucht seine Parzelle.

Während im Landgericht Detmold am Donnerstagmorgen eine Mutter über die Folgen des sexuellen Missbrauch ihrer heute achtjährigen Tochter aussagt, rückt auf dem Campingplatz in Lügde erneut ein Tatortteam der Bielefelder Polizei an. Die Experten durchsuchen die Parzelle eines 57 Jahre alten Mannes aus Steinheim bei Höxter. Der Mann ist nach der Zeugenaussage eines Kindes ein neuer Beschuldigter im Missbrauchsfall Lügde.

Beschuldigter wieder auf freiem Fuß

Beamte der Ermittlungskommission (EK) "Eichwald" beobachten, wie das Team der Spurensicherung Fotos vom Innern der Baracke macht, Gegenstände herausträgt und Beutel für die Fundstücke vorbereitet. Später sollen Beamte einer Hundertschaft bei der Sicherung von möglichen Beweismitteln helfen. Angefangen hatte die Durchsuchung bereits am Mittwoch.

Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Detmold und der Bielefelder Polizei ist der neue Beschuldigte auf freiem Fuß. Gegen ihn sei aufgrund der Zeugenaussage ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eingeleitet worden. In welchem Verhältnis er zu den beiden Hauptangeklagten steht, will die Staatsanwaltschaft vorerst nicht beantworten. Nach Informationen des "Westfalen-Blatts" haben die beiden Männer aus Steinheim sich bereits vor rund zehn Jahren eine Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde geteilt und dort zwei Wohnwagen abgestellt. NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichten, dass die beiden Männer befreundet seien.

Vorwurf: Hundertfacher Missbrauch

Der Campingplatz "Eichwald" in einem Stadtteil von Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen liegt an einem Hang im Weser-Bergland. Der vor dem Landgericht Detmold angeklagte Andreas V. hatte seine mittlerweile geräumte Parzelle auf der Südostseite des Platzes, der jetzt durchsuchte - und mit Flatterband abgesperrte - Bereich liegt auf der nordwestlichen Seite, begrenzt von einem großen Feld.

Angeklagt vor dem Landgericht ist auch ein Mann aus Steinheim. Die Parzelle des 34-jährigen Mario S. liegt in der Nähe der Baracke des jetzt neu Beschuldigten. Direkte Nachbarn waren sie allerdings zuletzt nicht. Zwischen ihren Unterkünften liegen rund 50 Meter.

34 Kilometer entfernt in Detmold läuft parallel der Prozess gegen Andreas V. und Mario S. weiter. Ihnen wirft die Anklage hundertfachen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Sie sollen über Jahre ihr Opfer auf dem Campingplatz in Lügde und in einer Wohnung in Steinheim vergewaltigt haben. Die beiden haben am ersten Prozesstag vor einer Woche umfassende Geständnisse abgelegt.

Mutter will öffentlich aussagen

Auch ein dritter Mann hat die Vorwürfe bestätigt. Der 49-jährige Heiko V. aus Stade in Niedersachsen soll laut Anklage übers Internet den Missbrauch von Kinder beobachtet haben und die anderen beiden Männer zum Teil dazu aufgefordert haben. Das Verfahren gegen ihn wurde am zweiten Verhandlungstag abgetrennt. Ein Urteil in seinem Fall will das Landgericht Detmold am 17. Juli verkünden.

Während die erneute Durchsuchung auf dem Campingplatz in Lügde läuft, ringen die Prozessbeteiligten am dritten Verhandlungstag darum, ob eine Mutter über den Missbrauch ihrer heute achtjährigen Tochter im Beisein von Presse und Zuschauer aussagt. Nach Auskunft ihres Anwalts hat die Frau nichts dagegen. Die Staatsanwaltschaft aber hat Einwände und das Gericht schließt sich an. Bei einer Opferaussage beantragt der Nebenklägeranwalt, dass der Angeklagte Andreas V. den Saal verlassen muss: "Die Konfrontation birgt die Gefahr, dass meine Mandantin retraumatisiert wird." Die Vorsitzende Richterin Anke Grudda teilt diese Meinung und schließt die Öffentlichkeit und den Angeklagten aus. Grudda: "Es besteht die Gefahr, dass die Zeugin in Anwesenheit des Angeklagten nicht die Wahrheit sagt."

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