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Post von Opferschutzbeauftragter - Lügde-Opfer fühlen sich durch Briefe geoutet

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Familien von Opfern des Kindesmissbrauchs in Lügde sehen sich geoutet, weil sie Post mit eindeutigem Absender bekamen. Auf den Briefen stand "Opferschutzbeauftragte des Landes NRW".

Archiv: Polizisten auf dem Campingplatz in Lügde am 24.02.2019
Polizisten auf dem Campingplatz Lügde
Quelle: dpa

Zwei betroffene Familien hatten sich wegen der Briefe von der NRW-Opferschutzbeauftragten Elisabeth Auchter-Mainz bei ihr beschwert, sagte diese dem Bielefelder "Westfalen-Blatt".

"Eine sagte, jetzt sei die Information in dem Mehrfamilienhaus rum." Das Büro der Beauftragten hatte dem Bericht zufolge 45 Familien von Kindern angeschrieben, die mutmaßlich missbraucht wurden. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass das zu Problemen führen könnte", sagte Auchter-Mainz dem Blatt. Postzusteller seien zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Opferschutzbeauftragte will Vorgehen ändern

Ein Opferanwalt bemängelte in der Zeitung fehlendes Fingerspitzengefühl. Auchter-Mainz kündigte an, das bisherige Vorgehen zu ändern. "Bei Opfern in kleinen Orten werden wir in Zukunft neutrale Briefumschläge verwenden", sagte sie. In größeren Städten gebe es offenbar kein Problem: Weder nach den Silvestervorfällen von Köln noch nach der Amokfahrt in Münster habe es Beschwerden von Opfern gegeben, die sie angeschrieben habe.

In Lügde im Kreis Lippe leben etwa 9.500 Menschen. Auf einem Campingplatz in dem Ort sollen mehr als 40 Kinder zwischen vier und 13 Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht worden sein. Drei der Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft, gegen fünf weitere wird ermittelt. Nordrhein-Westfalen hatte 2017 als Reaktion auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 als erstes Flächenland eine offizielle Opferschutzstelle eingerichtet. Sie soll Opfern von Kriminalität unbürokratisch einen ersten Zugang zu bestehenden Hilfsangeboten vermitteln. Die Opferschutzbeauftragte ist unabhängig und zur Verschwiegenheit verpflichtet.

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