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Kliniken außer Betrieb - Heftige Luftangriffe in Syrien

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Bombenangriffe in der Nacht: Bei Luftangriffen auf Rebellengebiete im Süden Syriens haben nach Angaben von Aktivisten drei Krankenhäuser ihre Arbeit einstellen müssen.

Rauch über Daraa am 26.06.2018
Luftangriffe von syrischen und russischen Kampfflugzeugen auf die Provinz Daara.
Quelle: ap

Die Luftangriffe von syrischen und russischen Kampfflugzeugen hätten die Kliniken in den von Rebellen kontrollierten Städten Saida, Al-Mseifra und Al-Dschisa in der Provinz Daraa so schwer beschädigt, dass sie geschlossen werden mussten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Bei allen drei Kliniken seien in der Nacht Bomben in unmittelbarer Nähe eingeschlagen, so dass sie ihren Betrieb hätten einstellen müssen. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort bezieht, konnte zunächst nicht sagen, ob Patienten oder Ärzte verletzt wurden.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten zwei Kliniken in der Region wegen der Offensive der Regierungstruppen ihre Arbeit einstellen müssen. Die Armee hatte am 19. Juni eine neue Offensive zur Rückeroberung der letzten Rebellenhochburg im Süden des Landes gestartet, nachdem wochenlange Verhandlungen unter Vermittlung Russlands kein Ergebnis gebracht hatten. Am Dienstag begann die russische Luftwaffe Angriffe auf die von den Rebellen kontrollierten Viertel der Provinzhauptstadt Daraa. Laut Staatsmedien sollten sie einen Vorstoß der Bodentruppen in die Viertel vorbereiten. Aktivisten berichteten von heftigen Luftangriffen in der Nacht auf Mittwoch.

Aktivisten: Russische Jets an Bombardierung beteiligt

An der Bombardierung seien auch russische Jets beteiligt, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Russland ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung. Moskau, die USA und Jordanien hatten sich vor rund einem Jahr auf eine sogenannte Deeskalationszone für Daraa geeinigt. Nach UN-Angaben sind in der Region rund 50.000 Zivilisten auf der Flucht. Wie Aktivisten berichteten, flohen viele Menschen in Richtung der israelischen Grenze. Die Flüchtlinge wüssten, dass die Jets Gebiete in der Nähe der von Israel besetzten Golanhöhe nicht bombardieren würden, erklärte ein Aktivist aus Daraa. Jordanien hat die Grenze geschlossen und will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

Daraa gehörte zu den ersten Städten Syriens, in denen es 2011 zu Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad kam. Das Gebiet um die Stadt ist eine der letzten Regionen des Bürgerkriegslandes in Rebellenhand.

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