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Zukäufe - Lufthansa gibt Gas - Wettbewerb abgebremst

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Die Nachfrage ist so hoch: Lufthansa will im November zwischen Frankfurt und Berlin eine Boeing 747-400 einsetzen. Nach der Air-Berlin-Pleite ist die Fluggesellschaft auf vielen deutschen Verbindungen der einzige Anbieter.

Die Lufthansa ist auf dem Weg zu einem Rekordgewinn in diesem Jahr. Höhere Ticketpreise und ein gutes Frachtgeschäft haben für einen operativen Gewinn von ca. 1,5 Milliarden Euro gesorgt – ein Zuwachs von fast einem Drittel.

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Eine "außerordentlich hohe Nachfrage" für Flüge auf dieser Route führten dazu, heißt es bei der Lufthansa. Erst vor kurzem hatte sich die Lufthansa mit Air Berlin auf eine Übernahme von 81 der 135 Flugzeuge geeinigt. 3.000 der rund 8.000 Air-Berlin-Beschäftigten können zu Eurowings wechseln, kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr an. Das allerdings zu schlechteren Konditionen. Etwa 210 Millionen Euro zahlt der deutsche Marktführer für große Teile des ehemaligen Wettbewerbers. Die Pläne müssen zwar noch von den Kartellwächtern abgesegnet werden. Doch die Lufthansa frohlockt bereits und will ihre Billigtochter Eurowings ausbauen und so den schnell wachsenden ausländischen Billigfliegern Paroli bieten.

Weniger Wettbewerb

Ein Meisterstrück von Konzernchef Carsten Spohr, heißt es in der Branche. Denn mit dem Deal hält sich die Lufthansa Konkurrenten vom Leib und gewinnt an Größe und Marktmacht. "Für die Kunden wäre es viel besser gewesen, wenn jemand in den deutschen Markt eingetreten wäre, der bis jetzt kein großer Spieler war. Jemand der Air Berlin ersetzen kann und Wettbewerb für Lufthansa bedeutet“, kritisiert Tomaso Duso, Experte für Wettbewerbsrecht am DIW in Berlin den Air-Berlin-Deal.

Auf vielen Strecken - vor allem innerhalb Deutschlands - werden die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings nun der einzige Anbieter sein. Das ist für die Kunden keine gute Nachricht. "Ich erwarte, dass die Tickets teuer werden. Wo der Wettbewerb sinkt, steigen die Preise“, betont Wirtschaftswissenschaftler Duso.

Alitalia im Visier

Auch auf Teile der taumelnden Alitalia hat Lufthansa ein Auge geworfen. Der deutsche Konzern habe ein Angebot zum Aufbau einer neu strukturierten italienischen Fluglinie eingereicht, erklärte das Unternehmen. Nach einem Bericht des "Corriere della Sera“ will Lufthansa 500 Millionen Euro bieten. Die Airline-Branche ist nach Spohrs Worten so zersplittert wie kaum eine andere. Selbst die Lufthansa habe als Schwergewicht in Europa nur einen Weltmarkt-Anteil von drei Prozent. Auch deshalb mische die Kranich-Linie derzeit aktiv bei der Konsolidierung in Europa mit.

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir mittelfristig weniger Wettbewerber in Europa haben - und eigentlich den Weg wie in den USA gehen, wo sich fünf Airline-Systeme quasi den Markt aufteilen“, sagt Airline-Experte Stephan Nagel. Italien sei nun mal einer der interessantesten Luftverkehrsmärkte in Europa. Gerade die Langstrecke der Alitalia bietet der Lufthansa laut Nagel Chancen zu wachsen.

Aktienkurs schnellt in die Höhe

Es scheint, als mache die Lufthansa gerade vieles richtig. Der Aktienkurs erreichte vor kurzem den höchsten Wert seit 17 Jahren. Doch das schnelle Wachstum birgt auch Risiken. Viele Flugzeuge und Personal müssen demnächst bei Eurowings integriert werden. "Eine Herkulesaufgabe für die Lufthansa", meint Airline-Experte Nagel.

Außerdem findet das Wachstum weitgehend im Billigsegment statt, die Kernmarke Lufthansa profitiert weniger davon. Aber gerade im internationalen Geschäft wird der Wettbewerb für die Lufthansa weiter extrem hart bleiben.

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