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Lungenerkrankung in China - Vierter Toter durch Coronavirus

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Die Folgen des Ausbruchs eines neuen Virus' in China scheinen immer größer zu werden. Nicht nur die Zahl der Infizierten steigt, auch die der Todesfälle.

Polizisten und Reisende tragen Mundschutz.
Polizisten und Reisende tragen Mundschutz.
Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in China ist auf vier gestiegen. Eine weitere Person sei gestorben, teilten die Behörden mit. Sicherheitsmaßnahmen wie die Überprüfung von Reisenden aus China wurden erhöht.

Mehr als 200 nachgewiesene Fälle

Seit Dezember gibt es mehr als 200 nachgewiesene Fälle der Lungenerkrankung. Epidemiologen sind sich noch nicht sicher, welcher Art das Virus genau ist und wie es übertragen wird. Einem von der chinesischen Regierung ernannten Expertenteam zufolge ist das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar. In der südchinesischen Provinz Guangdong hätten sich zwei Personen bei Familienangehörigen mit dem Virus angesteckt, sagte Zhong Nanshan, der Chef eines von der Regierung ernannten Expertenteams, Staatsmedien zufolge am Montag.

Die Zeitung "China Daily" berichtete zudem, mehrere Krankenhausmitarbeiter seien positiv auf das Virus getestet worden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch bedeutet, dass sich das Virus schneller ausbreiten könnte. Es grassierte bereits stark. Mehr als 200 Menschen hätten sich angesteckt, teilten die Behörden mit. Fünf Infizierte gebe es in der Hauptstadt Peking und in Guangdong 14, berichtete das Staatsfernsehen CCTV. Auch in den Provinzen Sichuan und Yunnan sowie in der Handelsmetropole Shanghai sind bereits Fälle gemeldet worden. In der zentralchinesischen Stadt Wuhan, wo das Virus mutmaßlich erstmals aufgetreten ist, wurden 136 zusätzliche Fälle bestätigt.

Präsident Xi Jinping mahnte dem Staatsfernsehen zufolge, auf allen Ebenen müssten Parteiorgane, Regierungen und Behörden Leben und Gesundheit der Bürger an erste Stelle setzen. "Der jüngste Ausbruch der neuartigen Coronavirus-Lungenentzündung in Wuhan und anderswo muss ernst genommen werden", sagte er.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will sich am Mittwoch in einem Krisentreffen mit der neuartigen Krankheit befassen. Ein Notfallkomitee will darüber beraten, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

Fälle in Südkorea, Thailand und Japan

Auch Südkorea verzeichnete seinen ersten Fall - eine 35 Jahre alte Chinesin aus Wuhan, die nach der Ankunft am Flughafen von Seoul positiv auf das neue Virus getestet wurde. Sie wird isoliert in einem Krankenhaus behandelt, wie das koreanische Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention mitteilte.

Aus Thailand und Japan wurden mindestens drei Fälle gemeldet. In Asien haben mindestens sechs Länder mit der Überprüfung von Fluggästen aus Zentralchina begonnen, drei US-Flughäfen ebenfalls. Die chinesische Regierung will ein ähnliches Szenario wie bei der Sars-Pandemie von 2002 und 2003 verhindern. Damals hatte sich die ebenfalls durch ein Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung von Südchina aus auf mehr als zwei Dutzend Länder ausgebreitet. Mehr als 800 Menschen starben.

Der jetzige Ausbruch fällt in eine heikle Zeit, weil in China Feierlichkeiten zum bevorstehenden Neujahrsfest anstehen. Millionen Chinesen sind dieser Tage quer durch das Land unterwegs zu ihren Familien, um gemeinsam den Start des neuen Jahres nach dem Mondkalender zu begehen. Xi forderte, die Behörden müssten sicherstellen, dass die Menschen ruhig, friedlich und fröhlich feiern könnten.

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