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Hohe Auszeichnung - Lyriker Jan Wagner mit Büchner-Preis geehrt

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Der Lyriker Jan Wagner bekommt den Georg-Büchner-Preis 2017. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. 2015 hatte Wagner als erster Lyriker den Leipziger Buchpreis erhalten.

Die Gedichte von Jan Wagner "verbinden spielerische Sprachfreude und meisterhafte Formbeherrschung, musikalische Sinnlichkeit und intellektuelle Prägnanz", erklärte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

"Neugierige, sensible Erkundungen des Kleinen"

"Aus neugierigen, sensiblen Erkundungen des Kleinen und Einzelnen, mit einem Gespür für untergründige Zusammenhänge und mit einer unerschöpflichen Fantasie lassen Wagners Gedichte Augenblicke entstehen, in denen sich die Welt zeigt, als sähe man sie zum ersten Mal", lobte die Jury. Die Verleihung des Georg-Büchner-Preises ist am 28. Oktober in Darmstadt vorgesehen.

Der in Hamburg geborene Jan Wagner wuchs im schleswig-holsteinischen Ahrensburg auf und lebt seit 1995 in Berlin. Er studierte Anglistik in Hamburg, Dublin und an der Humboldt-Universität Berlin. Sein Werk umfasst Gedichtbände, Essays und Kritiken, Anthologien sowie Übersetzungen englischsprachiger Lyrik und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

Wagner als erster Lyriker mit Leipziger Buchpreis geehrt

Wagners lyrisches Debüt "Probebohrungen im Himmel" erschien 2001. Es folgten die Gedichtbände "Guerickes Sperling" (2004), "Achtzehn Pasteten" (2007), "Australien" (2010) und "Die Eulenhasser in den Hallenhäusern" (2012). Im Jahr 2014 veröffentlichte er die "Regentonnenvariationen", für die er 2015 als erster Lyriker den Leipziger Buchpreis erhielt. Im vergangenen Jahr erschien "Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001-2015".

Neben den Gedichtbänden veröffentlichte Wagner in diesem Frühjahr die Prosasammlung "Der verschlossene Raum", zuvor 2011 "Die Sandale des Propheten". Außerdem hat er als Herausgeber gemeinsam mit Thomas Girst von 1995 bis 2003 die Loseblatt-Anthologie zur zeitgenössischen Weltpoesie "Die Außenseite des Elements" herausgegeben, 2003 und 2008 folgten umfassende Sammlungen junger deutschsprachiger Lyrik zusammen mit Björn Kuhligk ("Lyrik von Jetzt. 74 Stimmen" und "Lyrik von Jetzt zwei").

Büchner-Preis 1923 erstmals vergeben

Der Büchner-Preis ist nach dem in Darmstadt aufgewachsenen Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Freiheitskämpfer Georg Büchner (1813-1837) benannt. Er wurde erstmals 1923 vergeben. Preisträger waren unter anderen Carl Zuckmayer (1929), Anna Seghers (1947), Max Frisch (1958), Günter Grass (1965), Peter Handke (1973), Erich Fried (1987), Sarah Kirsch (1996), Wilhelm Genazino (2004) und zuletzt Marcel Beyer (2016).

Das Preisgeld wird aufgebracht von der Bundeskulturbeauftragten, dem hessischen Kunstministerium und der Stadt Darmstadt.

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