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"Ich schäme mich"

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Maas bittet Polen um Vergebung - "Ich schäme mich"

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Für Polen ist es einer der wichtigsten Gedenktage. In Deutschland ist er kaum bekannt. Am 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands fordert Heiko Maas eine Gedenkstätte in Berlin.

Am 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands gegen die deutsche Besatzungsmacht hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) Polen um Vergebung für die Nazi-Verbrechen gebeten. "Ich schäme mich für das, was Ihrem Land von Deutschen und im deutschen Namen angetan wurde. Und ich schäme mich dafür, dass diese Schuld nach dem Krieg viel zu lange verschwiegen wurde", sagte er bei einer Gedenkveranstaltung in der polnischen Hauptstadt.

Ich schäme mich für das, was Ihrem Land von Deutschen und im deutschen Namen angetan wurde. Und ich schäme mich dafür, dass diese Schuld nach dem Krieg viel zu lange verschwiegen wurde.
Heiko Maas (SPD), Bundesaußenminister

Gedenkstätte für Polen und Deutsche wichtig

Gleichzeitig sprach er sich für eine Gedenkstätte für die polnischen Opfer der Nazi-Herrschaft in Berlin aus. "Das ist lange überfällig", sagte der SPD-Politiker. "Eine solche Gedenkstätte wäre nicht nur eine Versöhnungsgeste an Polen. Sie wäre bedeutend auch für uns Deutsche selbst."

Aber wir können dazu beitragen, dass der Opfer gedacht wird - und zwar angemessen.
Heiko Maas, Bundesaußenminister

Die Verbrechen könnten zwar nicht ungeschehen gemacht werden und viele Wunden würden wohl niemals verheilen, sagte Maas. "Aber wir können dazu beitragen, dass der Opfer gedacht wird - und zwar angemessen."

In Berlin gibt es bereits Denkmäler für einzelne Opfergruppen der Nazi-Zeit. Das größte und bekannteste ist das Denkmal für die ermordeten Juden Europas neben dem Brandenburger Tor. Daneben gibt es auch Denkmäler für die ermordeten Sinti und Roma und Homosexuellen.

Von polnischen Politikern wird eine Gedenkstätte für die polnischen Opfer schon seit längerer Zeit gefordert. Inzwischen gibt es auch eine Initiative von Bundestagsabgeordneten aller Fraktion außer der AfD dafür.

Polen hält sich Entschädigungsforderungen vor

Am 1. August 1944 hatte sich die Armia Krajowa - die Polnische Heimatarmee - gegen die Besatzungsmacht der Nazis erhoben. Nach 63 Tagen war der Warschauer Aufstand blutig niedergeschlagen worden. Etwa 200.000 polnische Soldaten und Zivilisten wurden während der Kämpfe getötet, rund eine halbe Million anschließend deportiert. Aus Rache wurde die polnische Hauptstadt von den Nazis fast komplett dem Erdboden gleichgemacht.

Polen hat einen Teil seines nationalen Erbes verloren.
Jacek Czaputowicz, Außenminister Polen

Der polnische Außenminister Jacek Czaputowicz betonte bei der Gedenkveranstaltung im Museum für den Warschauer Aufstand, dass Polen sich weiter Entschädigungsforderungen für die von Deutschland verursachten Schäden im Zweiten Weltkrieg vorbehalte. "Polen hat einen Teil seines nationalen Erbes verloren", sagte er. "Die dem polnischen Staat und den Polen zugefügten Schäden wurden vom Täter jedoch nicht wiedergutgemacht." Reparationsforderungen werden von der Regierungspartei PiS seit Jahren immer wieder erhoben.

Für die Bundesregierung ist die Frage mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag über die außenpolitischen Folgen der Wiedervereinigung abgeschlossen.

Kranzniederlegung und Gedenkgottesdienst

Maas war der ranghöchste deutsche Gast beim Gedenken an den Aufstand seit Bundeskanzler Gerhard Schröder, der 2004 zum 60. Jahrestag in Warschau war. "Ich bin hierhergekommen, weil ich die Toten ehren und die Familien der Toten und Verletzten, weil ich das polnische Volk um Vergebung bitten will", sagte er. Gemeinsam mit Czaputowicz legte er am Donnerstag einen Kranz am Denkmal für die Opfer des Massakers von Wola während des Aufstands nieder. Es gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs mit etwa 50.000 Toten.

Bereits am Vorabend hatten die beiden gemeinsam an einem Gedenkgottesdienst vor dem Denkmal des Warschauer Aufstands teilgenommen.

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