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Maas warnt in Brasilien vor Nationalismus

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Lateinamerika-Reise - Maas warnt in Brasilien vor Nationalismus

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Lateinamerika ist von der deutschen Außenpolitik lange Zeit vernachlässigt worden. Jetzt startet Außenminister Maas eine diplomatische Offensive.

Heiko Maas im Goethe-Institut von Salvador-Bahia.
Heiko Maas im Goethe-Institut von Salvador-Bahia.
Quelle: Fabian Sommer/dpa

Zum Auftakt seiner viertägigen Lateinamerika-Reise hat Außenminister Heiko Maas in Brasilien vor wachsendem Populismus und Nationalismus gewarnt. "Wir erleben gefährliche Rückschritte", sagte er in Salvador da Bahia bei der Gründung eines deutsch-lateinamerikanischen Netzwerks für Frauenrechte.

Brasilien hat den Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten gewählt, der ähnlich wie US-Präsident Donald Trump nationale Interessen vor internationale Abkommen und Institutionen stellt.

Treffen mit Bolsonaro am Dienstag

Maas trifft Bolsonaro am Dienstag als erster Regierungsvertreter eines EU-Landes seit dem Amtsantritt des Präsidenten am 1. Januar. Der Bundesaußenminister begann seinen zweitägigen Aufenthalt im größten Land Lateinamerikas aber ungewöhnlicherweise weitab der Hauptstadt in der afro-brasilianisch geprägten Metropole Salvador an der Atlantik-Küste. Das von ihm gegründete Netzwerk soll Initiativen für Frauenrechte in Lateinamerika und Deutschland zusammenbringen. Der Außenminister will auch auf den weiteren Stationen seiner Lateinamerika-Reise, in Kolumbien und Mexiko, dafür werben.

Mit der Reise startet Maas eine diplomatische Offensive, um die lange vernachlässigten Beziehungen zu Lateinamerika neu zu beleben. "Lateinamerika ist zu lange aus unserem Blick geraten", sagte der SPD-Politiker bei seiner Abreise. Lange Zeit lag der Schwerpunkt der deutschen Außenpolitik neben den traditionellen Partnern in Nordamerika eher auf Asien mit seinem explodierenden Wirtschaftswachstum, aber auch auf dem armen Nachbarkontinent Afrika mit einer wachsenden Flüchtlingsbewegung nach Europa.

China hat sich breit gemacht

Dass nun wieder stärker nach Lateinamerika geschaut wird, liegt auch an China. Die führende asiatische Wirtschaftsmacht hat das abnehmende Interesse der USA an der Region und das stagnierende Engagement der Europäer in den vergangenen Jahrzehnten genutzt, um sich dort immer breiter zu machen. Chinesische Unternehmen und Kreditinstitute wie die China Development Bank und die Export-Import Bank of China gehören zu den wichtigsten Financiers ambitionierter Infrastruktur- und Energieprojekte in der Region. Seit 2002 hat China an mindestens 150 Großprojekten Interesse bekundet, bei etwa der Hälfte haben die Bauarbeiten bereits begonnen.

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