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Außenminister Maas in der Türkei - Fortschritte - aber die alten Konflikte sind noch da

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Heiko Maas will die Beziehungen mit der Türkei wieder stärken. Sein Besuch in Istanbul und Ankara kommt dabei zur rechten Zeit. Die Türkei schwächelt - und darin liegt eine Chance.

Heiko Maas (l, SPD), Deutscher Außenminister, und Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, äussern sich bei einer Pressekonferenz nach ihrem Gespräch, aufgenommen am 05.09.2018, Türkei, Ankara
Bewegen sich aufeinander zu: Heiko Maas (l, SPD), Deutscher Außenminister, und Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, bei einer Pressekonferenz Quelle: dpa

Die türkische Lira befindet sich im freien Fall, das Land steckt mitten in einer Wirtschaftskrise und an der syrischen Grenze droht erneut eine Flüchtlingswelle. In dieser Situation setzt die türkische Regierung wieder auf Europa - und dort vor allem auf Deutschland. Wie wichtig der türkischen Regierung eine Normalisierung der zuletzt sehr angespannten Beziehungen ist, zeigt die Tatsache, dass Präsident Erdogan den deutschen Außenminister persönlich empfing. Ende des Monats will der türkische Präsident nach Berlin reisen. 

Eine Charme-Offensive der Regierung - die Bülent Mumay, Online-Chef der Tageszeitung Cumhüriyet, aber auch kritisch sieht. "Letztes Jahr war Deutschland der größte Feind für Erdogan. Heute steht er alleine da, er hat Probleme mit den USA, nun muss er neue Freunde gewinnen." 

Türkei und Europa sind aufeinander angewiesen 

Europa ist wieder wichtig, diese Gefühl gewinnt man nicht nur im Präsidentenpalast und Außenministerium. Gefragt nach ihren Vorstellungen erklären uns viele Menschen im Stadtzentrum von Ankara, dass sie in Deutschland und Europa einen wichtigen Partner sehen und sich eine Normalisierung der Beziehungen wünschen. 

Trotz aller Bemühungen: Die alten Konflikte sind noch nicht gelöst, daraus machen auch die beiden Außenminister bei ihrer Pressekonferenz keinen Hehl. "Wir haben Sachen erlebt, von denen wir wollten, sie wären nie passiert. Aber wir wollen nicht in diese Tage zurückkehren", sagt Mevlüt Cavusoglu - der wie Heiko Maas betont, dass man aufeinander angewiesen sei. "Die Türkei ist mehr als ein großer Nachbar, sie ist auch wichtiger Partner Deutschlands", sagt Maas.

Partnerschaft - zu welchen Bedingungen?

Der türkische Außenminister gibt sich selbstbewusst. Man wolle Deutschland als wichtigen Partner, doch gleichzeitig will die Regierung keine Bedingungen gestellt bekommen. Maas dagegen hatte angekündigt, er wolle die Freilassung der sieben Deutschen, die aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert sind, erreichen. 

Dass Deutschland jetzt Bedingungen stellen muss, meinen auch große Teile der türkischen Opposition. Für sie ist die schwierige Lage auch eine Chance, Erdogan zu mehr Demokratisierung und zur Einhaltung von Menschenrechten zu drängen. 

Wie groß das Themenpaket ist, das der deutsche Außenminister dabei hat, zeigt auch ein Blick auf den Terminplan: Nach  politischen Gesprächen in Ankara trifft Maas in Istanbul türkische Unternehmer, außerdem feiert die deutsche Schule ihr 150 Jähriges Jubiläum in Istanbul. 

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