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Macron zu Gast bei Xi - Der starke Mann Europas im Land der Mitte

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Emmanuel Macron findet in Peking deutliche Worte: Frankreichs Präsident appelliert an die Europäer, in Wirtschaftsdingen gegenüber dem Giganten China einheitlich aufzutreten.

Frankreichs Staaatspräsident ist mit einer 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation in China zu Gast um milliardenschwere Verträge abzuschliessen. Macron mahnt die Gastgeber die Märkte zu öffnen, Handel sei keine Einbahnstrasse.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reist als starker Vertreter Europas nach China und nimmt in Peking kein Blatt vor den Mund. Er hat eine einheitliche Haltung der Europäer gegenüber dem Wirtschaftsgiganten China gefordert. Europa sei bisher häufig unkoordiniert aufgetreten und habe sich dabei entweder zu offen oder zu zögerlich gezeigt, kritisierte Macron am Dienstag in Peking nach einem Treffen mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping. "Wir müssen auf europäischer Ebene eine abgestimmte Haltung haben."

Bei Macrons Besuch wurden mehrere Wirtschaftsabkommen besiegelt. So stellt Airbus künftig mehr Mittelstreckenjets in China her. Eine neue Bestellung für Flugzeuge gab es aber nicht.

Wirtschaftlicher Austausch soll Hand in Hand geschehen

Macron bekräftigte seine Forderung, Auslandsinvestitionen in sogenannten strategischen Bereichen in Europa stärker zu überwachen. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire stieß in gleiche Horn: "Falls Investoren nur kommen, um Zugang zu den besten Technologien zu haben, ohne dass Frankreich oder andere europäische Länder davon Nutzen ziehen können, (dann) sind sie nicht willkommen." Frankreich habe auch seine strategischen Interessen. Diese liegen nach früheren Angaben in der Energie-, Finanz- oder der Verteidigungsbranche.

Bei Airbus sollen statt der bisherigen vier Maschinen von Anfang 2019 an monatlich fünf neue Flugzeuge der A320-Reihe das Werk im chinesischen Tianjin verlassen. Ab Anfang 2020 sollen es dann sechs Maschinen pro Monat sein, teilte der Luftfahrt- und Rüstungskonzern mit. Die A320-Reihe und die modernisierte Version A320neo sind die absatzstärkste Modellfamilie des Herstellers.

Chinesische Produktion von Airbus wird gesteigert

Der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Fabrice Brégier, war mit Macron unterwegs gewesen. Macron sprach mit Blick auf den Luftfahrtsektor allgemein von einer "Bestätigung von Mengen", ging dabei aber nicht ins Detail. Vor dem Besuch hatte es hohe Erwartungen gegeben. Die Tageszeitung "Le Figaro" schrieb unter Berufung auf eine ungenannte Airbus-Quelle, dass es eine Bestellung für 50 bis 100 Flugzeuge geben könnte.

Zuvor hatten die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die "Financial Times" berichtet, dass Airbus China auch an der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 beteiligen wolle. Im Gegenzug solle China eine größere Zahl A380 ordern. Der Flieger verkaufte sich in den vergangenen Jahren kaum noch. Bloomberg zitierte am Dienstag einen französischen Politiker aus dem Umfeld des Präsidenten mit der Aussage, der A380-Deal mit China sei noch nicht unterschriftsreif.

Milliarden-Projekt für Atomkonzern Areva

Der angeschlagene französische Atomkonzern Areva kann auf den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Brennelemente in China hoffen. Areva und das Partnerunternehmen China National Nuclear Corporation (CNNC) unterzeichneten eine Absichtserklärung, die Verhandlungen schnellstmöglich abzuschließen. Das Milliarden-Projekt soll nach Unternehmensangaben noch in diesem Jahr starten.

Macron kündigte als Erfolg an, dass Peking innerhalb der nächsten sechs Monate den Bann für französisches Rindfleisch vollständig aufheben will. Dieser war im Zuge der Rinderseuche BSE verhängt worden. Wie Pekings Außenministerium bestätigte, schenkte Macron Xi Jinping ein Pferd aus dem Stall der Republikanergarde. Macron präsentierte den neun Jahre alten Wallach mit den Namen Vésuve de Brekka als "Symbol unserer Freundschaft".

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